Der Leitindex wurde von den Kursverlusten beim Verbund und der Raiffeisen International belastet.
Die Wiener Börse hat eine turbulente Sitzung am Mittwoch bei durchschnittlichem Volumen mit knapp behaupteten Notierungen beendet. Nach etwas festeren Notierungen am späten Nachmittag ist der ATX in den letzten Handelsminuten noch knapp ins Minus gerutscht und somit dem negativen Trend an den europäischen Börsen gefolgt. Belastet wurde der Leitindex deutlich von den Kursverlusten beim Verbund und der Raiffeisen International. Dem entgegen wirkten die Aufschläge der voestalpine, Vienna Insurance Group und OMV.
Nach kräftigen Abschlägen gegen Mittag konnten die Aktien der Telekom Austria die Verluste am Nachmittag deutlich eingrenzen und mit minus 0,22 Prozent bei 13,91 Euro (2.477.849 gehandelte Stück in Einzelzählung) schließen. Nachrichten über einen schwachen Ausblick der Deutschen Telekom zum Festnetzgeschäft haben den gesamten europäischen Telekommunikationssektor belastet. Weiters verwiesen Händler auf die Kursverluste bei der Telecom Italia nach Gerüchten um eine Kapitalerhöhung.
Der ATX fiel 2,12 Punkte oder 0,06 Prozent auf 3.598,28 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 39 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 3.637 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,48 Prozent, DAX/Frankfurt -0,51 Prozent, FTSE/London -1,05 Prozent und CAC-40/Paris -0,58 Prozent.
Gestützt wurde der ATX von den Gewinnen bei einigen Indexschwergewichten. voestalpine stiegen 1,94 Prozent auf 42,46 Euro (901.177 Stück) und OMV 0,77 Prozent auf 41,77 Euro (715.780 Stück). Vienna Insurance Group kletterten 4,96 Prozent auf 49,09 Euro (314.737 Stück) und somit an die Spitze des ATX. Ein Händler interpretierte die Gewinne als Reaktion auf die jüngst erlittenen deutlichen Verluste. Es wurden keine neuen Unternehmensnachrichten bekannt, so der Marktteilnehmer weiter.
Nach den Kursgewinnen am Vortag schlossen die Anteilsscheine des Leuchtenherstellers Zumtobel am Ende der Kurstafel. Zumtobel gingen mit minus 4,48 Prozent bei 16,43 Euro (276.120 Stück) aus dem Handel. Händler bezeichneten die Kursentwicklung der vergangenen Tage als einen "wilden Ritt". Agenturmeldungen zufolge sehen die Analysten der UBS die Wachstumsprognosen des Unternehmens als zu optimistisch an.
Die Versorger zeigten ein unterschiedliches Bild. Während EVN mit plus 1,89 Prozent auf 80,49 Euro (901.177 Stück) am oberen Ende der Kurstafel die Sitzung beendeten, fielen die Verbund-Aktien 3,91 Prozent auf 45,16 Euro (446.121 Stück) und gehörten somit zu den Tagesverlieren. Die Indexschwergewichte Raiffeisen International sanken 1,35 Prozent auf 77,91 Euro (382.185 Stück) und waren einer der größten Belastungsfaktoren für den Leitindex.
(APA)