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Ferrari ist zurück: Räikkönen gewinnt Malaysia-Grand-Prix

(c) EPA (Gero Breloer)
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Nach einem verpatzten Auftakt in Melbourne vor einer Woche fährt Weltmeister Kimi Räikkönen im zweiten Grand-Prix des Jahres ungefährdet zum Sieg. Lewis Hamilton verteidigt im McLaren mit Platz fünf die WM-Führung.

Weltmeister Kimi Räikkönen hat eine Woche nach dem Aus beim Auftaktrennen in Australien eindrucksvoll zurückgeschlagen und mit seinem Sieg am Ostersonntag in Sepang seinen Anspruch auf eine erfolgreiche Titelverteidigung angemeldet. Der finnische Ferrari-Pilot gewann den zehnten Grand-Prix von Malaysia überlegen vor Robert Kubica im BMW sowie seinem Landsmann Heikki Kovalainen im McLaren. Dessen Teamkollege Lewis Hamilton musste sich eine Woche nach dem Sieg in Melbourne mit Platz fünf zufriedengeben, führt nach zwei Rennen aber weiter in der WM.

Fast hätte Ferrari beim Dschungelrennen im "Dampfbad von Sepang" eine perfekte Wiedergutmachung für das Doppel-Aus in Australien geschafft. Aber der aus der Pole gestartete Felipe Massa, der schon in Melbourne unverständliche Fehler gemacht hatte, verbremste sich auch diesmal in der 31. von 56 Runden auf Platz zwei liegend und beendete sein Rennen im Kiesbett. So lag es an Räikkönen, vor bemerkenswerten 126.000 Zuschauern mit seinem 16. GP-Sieg Ferrari die Ehre zurückzugeben.

Wenig Dramatik in der "Hibiskusblüte"


Eine Woche nach dem Chaos-Rennen in Melbourne entwickelte sich auf dem ultrabreiten und vom Layout her einer Hibiskusblüte nachgebauten "Sepang International Course" ein undramatisches Rennen. Auch der befürchtete Monsunregen blieb - wie stets in den vergangenen Jahren - trotz 30 Grad Lufttemperatur und 67 Prozent Luftfeuchtigkeit aus.

Pole-Mann Massa gewann den Start vor Räikkönen und Kubica, führte aber nur bis zum ersten Boxenstopp, bei dem er regiegemäß vom Teamkollegen Räikkönen überholt wurde. Der 28-jährige Finne fuhr danach ein souveränes Rennen und war nach dem Ausrutscher seines brasilianischen Teamkollegen auch den letzten ernsthaften "Gegner" los.

Im Ziel hatte Räikkönen 19,5 Sek. Vorsprung auf den Polen Kubica, der mit seinem bisher besten GP-Ergebnis erneut einen Podestplatz für BMW-Sauber herausholte. In Melbourne war Nick Heidfeld Zweiter gewesen. Mit weiteren elf WM-Punkten schaffte BMW das bisher beste Ergebnis und ist in der WM Zweiter. Und das, obwohl sich "Quick Nick" diesmal trotz schnellster Rennrunde als bester der fünf Deutschen mit Platz sechs zufriedengeben musste, nachdem er im Qualifying von den beiden McLarens behindert worden war.

Die deshalb von der zweiten Startreihe auf die Plätze acht und neun zurückversetzten "Silberpfeile" waren deshalb keine Sieganwärter. McLaren musste froh sein, dass Kovalainen Platz drei schaffte. Hamilton hingegen hatte nach einem Blitzstart auf Rang fünf Probleme mit dem linken Vorderreifen.

Sein Vorwärtsdrang wurde zudem von einem rundenlangen Kampf gegen den Red Bull von Mark Weber gebremst und dann beim ersten Stopp beendet, nachdem dieser mit schwarz qualmenden Bremsen fast 20 Sekunden gedauert hatte. Am Ende kam der 23-jährige Vizeweltmeister, der nach zwei WM-Rennen mit 14 Punkten vor Räikkönen und Heidfeld (je 11) führt, mit fast einer dreiviertel Minute Rückstand als Fünfter ins Ziel. "Wenn du so lange hinter jemand herfahren musst, ist es egal, um wie viel schneller dein Auto ist", sagte Hamilton.

Iceman "hätte auch schneller fahren können"

Räikkönen nahm seinen Triumph relativ leidenschaftslos hin. "Nach dem ersten Pitstop war es ein einfaches Rennen. Ich hätte auch schneller fahren können, denn das Auto war diesmal perfekt", sagte der "Iceman" nach dem unspektakulären Rennen mit steinernem Gesicht. Man hat GP-Sieger schon mehr lachen gesehen. Selbst sein Landsmann Kovalainen strahlte über Platz drei mehr. "Angesichts der Strafe müssen wir damit zufrieden sein", sagte er.

Während Jarno Trulli den immer stärker werdenden Toyota auf Platz vier pilotierte, wurde der deutsche Williams-Fahrer Nico Rosberg nach Platz drei in Australien diesmal nur 14.. Für Red Bull gab es wie in Australien Platz sieben. Diesmal aber nicht für Toro Rosso, sondern für den RB4 des Australiers Mark Webber. Damit hat auch Red Bull Racing in der Konstrukteurs-WM mit zwei Punkten "angeschrieben". David Coulthard wurde im zweiten RB4 Neunter, beide Toro Rossos schieden diesmal aus.

Endstand nach 56 Runden zu je 5,543 km

1. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 1:31:18,555 Std.
(Durchschnittsgeschwindigkeit: 203,971 km/h)
2. Robert Kubica (POL) BMW-Sauber 19,570 Sek.
3. Heikki Kovalainen (FIN) McLaren-Mercedes 38,450
4. Jarno Trulli (ITA) Toyota 45,832
5. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes 46,548
6. Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber 49,833
7. Mark Webber (AUS) Red-Bull-Renault 1:08,130 Min.
8. Fernando Alonso (ESP) Renault 1:10,041
9. David Coulthard (GBR) Red-Bull-Renault 1:16,220
10. Jenson Button (GBR) Honda 1:26,214
11. Nelson Piquet jr. (BRA) Renault 1:32,202
12. Giancarlo Fisichella (ITA) Force-India-Ferrari + 1 Runde
13. Rubens Barrichello (BRA) Honda
14. Nico Rosberg (GER) Williams-Toyota
15. Anthony Davidson (GBR) Super-Aguri-Honda
16. Takuma Sato (JPN) Super-Aguri-Honda + 2 Runden
17. Kazuki Nakajima (JPN) Williams-Toyota

Ausgeschieden: Adrian Sutil (GER) Force-India-Ferrari (technischer Defekt), Felipe Massa (BRA) Ferrari (Dreher), Sebastian Vettel (GER) Toro-Rosso-Ferrari (technischer Defekt), Sebastien Bourdais (FRA) Toro-Rosso-Ferrari (Unfall), Timo Glock (GER) Toyota (Kollisionsschaden)

Schnellste Runde: Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber 1:35,366 Min.

Pole Position: Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:35,748 Min.