Professionelle Investoren senken Aktienanteil auf tiefsten Stand seit zehn Jahren. Anleger haben den Bargeldanteil in ihren Portfolios auf ein Rekordhoch erhöht.
new York (Bloomberg). Parallel dazu sind die Aktienquoten auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1998 gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch & Co. Die 193 Teilnehmer an der Umfrage verwalten weltweit Anlagen im Volumen von 676 Mrd. Dollar (430 Mrd. Euro).
Die Studie wurde zwischen dem 7. und dem 13. März durchgeführt, also noch vor dem Notverkauf von Bear Stearns an JP Morgan und der Feuerwehraktion der US-Notenbank, die in der Vorwoche mit einer drastischen Zinssenkung die taumelnden Aktienmärkte zu stützen versuchte.
Rezessionsangst steigt
42 Prozent der Befragten halten mehr liquide Mittel, als in ihren Anlagemodellen fixiert. 23 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage hielten im März weniger Aktien, als die Benchmarkindizes vorsehen. Im Vormonat waren es noch acht Prozent gewesen.
„Die Fondsmanager haben sich wirklich zurückgezogen“, sagt David Bowers, Berater bei Merrill Lynch in London. Der Markt leide unter der mangelnden Transparenz bei Finanztiteln. Hinzu komme das sich verschlechternde wirtschaftliche Umfeld. Der Anteil der Befragten, die die Weltwirtschaft bereits in einer Rezession sehen, ist von 16 Prozent im Februar auf 22 Prozent im März geklettert. 34 Prozent halten einen Abschwung in den nächsten zwölf Monaten für „wahrscheinlich“. Im Februar waren es erst 28 Prozent.
Bei europäischen Aktien haben die professionellen Anleger ihre Position auf den niedrigsten Stand seit 2003 reduziert. Auch hier macht sich die Sorge, dass sich die Weltwirtschaft bereits in einer Rezession befinde, bemerkbar.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.03.2008)