JP Morgan greift bei der Übernahme des maroden Konkurrenten tief in die Tasche.
New York (red/ag). Nach der massiven Kritik an ihrem äußerst niedrigen Übernahmeangebot für Bear Stearns zeigt sich die US-Investmentbank JP Morgan nun deutlich spendabler. Sie bietet zehn Dollar (6,48 Euro) statt wie bisher geplant nur zwei Dollar je Aktie, wurde am Montag bekannt gegeben. Die Aktie von Bear Stearns reagiert auf das aufgebesserte Angebot mit einem kräftigen Kurssprung.
Das ursprüngliche Angebot hatte die Aktionäre von Bear Stearns auf die Barrikaden getrieben. JP Morgan würde damit die Investmentbank Bear Stearns, die vor etwas mehr als einer Woche in einer gemeinsamen Feuerwehraktion von JP Morgan und US-Notenbank gerettet werden musste, zum Diskontpreis von nur 236 Mio. Dollar bekommen, wurde argumentiert. Allein die Zentrale der einstmals angesehenen Investmentbank im New Yorker Finanzviertel sei aber rund eine Milliarde Dollar wert.
US-Notenbank ist dagegen
Greift JP Morgan nun viel tiefer in die Tasche, sind zwar die Aktionäre von Bear Stearns zufrieden. Wenig Freude mit dem Deal dürfte aber, so spekuliert man in den USA, die Notenbank haben. Zur Rettung von Bear Stearns hatte sich die Fed bereit erklärt, Risiken in Höhe von bis zu 30 Mrd. Dollar (19,28 Mrd. Euro) zu übernehmen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.03.2008)