MEL: 35,5 Stimmrechte für einen Cent

(c) APA (Harald Schneider)
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Ob die "Partly Paid Shares" in der Hauptversammlung mitstimmen dürfen, ist strittig. Nach dem Verkauf an Fonds sollen sie gänzlich verschwinden.

Nach der Ankündigung des Verkaufs von Meinl European Land (MEL) ist weiter unklar, ob die Besitzer der umstrittenen Partly Paid Shares (PPS) bei der Hauptversammlung (HV) über den Deal mitstimmen werden. Auch ein dem Prozess nahestehender Investmentbanker verwies am auf die Problematik, dass die PPS im Zuge des Deals eingestampft werden sollen. Privatanleger hatten die sofortige Einziehung der PPS verlangt. Meinl sei sich dessen sicherlich bewusst, sagte der Investmentbanker. Bis zur Einladung zur HV würden die Modalitäten voraussichtlich geklärt.

150 Millionen Aktien um einen Cent

Laut einer Sprecherin gibt es derzeit 150 Millionen nur teileinbezahlte MEL-Aktien. Obwohl mit 35,5 Stimmrechten ausgestattet, haben die Zeichner für die Papiere, bisher nur einen Cent eingezahlt. Die Papiere werden nicht an der Börse gehandelt, die Eigentümer nach wie vor nicht benannt.

Die Verträge mit den neuen Investoren Citi und Gazit, wonach die PPS im Zuge des Deals aufgelöst werden sollen, hätten MEL selbst, die externe Managementgesellschaft Meinl European Real Estate Ltd. (MERE) und die Meinl Bank unterzeichnet.

Auch rückgekaufte Zertifikate verschwinden

Ebenfalls eingezogen werden die 88,8 Millionen eigenen Zertifikate, deren Rückkauf die MEL im Vorjahr nachträglich bekanntgegeben hatte. Übrig bleiben dann zunächst 211 Millionen MEL-Zertifikate. Je nach weiterer Entwicklung steigt die Zahl im Zuge des Einstiegs der neuen Investoren wieder auf 368,5 bis 402 Millionen Zertifikate an.

PPS verwässern Buchwert je Aktie

Dass damit der Buchwert je Aktie (BVPS) stark verwässert werde, wie von Analysten kritisiert, rechtfertigte der Investmentbanker damit, dass es nicht nur um eine Kapitalerhöhung gehe, sondern mit dem Einstieg eine komplette Neuausrichtung des Unternehmens verbunden sei. Nicht nur die Partly Paids würden verschwinden, auch das externe Management werde durch eine neue interne Führung ersetzt, die künftig nicht mehr von Meinl, sondern von den neuen Investoren und mit unabhängigen Immobilienexperten besetzt werde. (Ag.)

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