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Rumänien: Großstreik bei Renault-Tochter Dacia

Der Streik kostet den französischen Autobauer zehn Millionen Euro am Tag.

Bukarest (ag./mac). Seit Montag streiken tausende Arbeiter der Renault-Tochter Automobile Dacia im südrumänischen Pitesti. Nach Angaben der Gewerkschaft haben sich 10.000 der 13.000 Beschäftigten am Streik beteiligt. Sie fordern höhere Löhne. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass am Dienstag mehr als 80 Prozent der Belegschaft nicht zur Arbeit erschienen seien. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax versucht das Management nun, den Arbeitskonflikt gerichtlich für illegal erklären zu lassen.


Doppelter Lohn gefordert

Seit dem Scheitern der Lohnverhandlungen brodelt es im rumänischen Dacia-Werk. Ein Angebot der Werksleitung, die Löhne um 118 Lei (31 Euro) netto zu erhöhen, wurde angelehnt. Im Schnitt würde die vom Unternehmen angebotene Lohnerhöhung rund zehn Prozent ausmachen. Mehr sei angesichts ausständiger Wertberichtigungen in der Höhe von 60 Mio. Euro nicht drinnen, sagte Unternehmenssprecher Liviu Ion. 2007 machte das Unternehmen knapp 150 Mio. Euro Gewinn. Die Gewerkschaften fordern jedoch 550 Lei mehr im Monat. Für Arbeiter mit Mindestlohn (160 Euro) würde das in etwa eine Lohnverdoppelung bedeuten. Ende 2007 verdiente ein rumänischer Autobauer nach Angaben des Statistikamtes im Schnitt umgerechnet 400 Euro monatlich. Schätzungen zufolge kostet jeder Tag, der weiter gestreikt wird, das Unternehmen rund zehn Mio. Euro.


Marktführer in Rumänien

Das Dacia-Werk, 110 Kilometer nordwestlich der rumänischen Hauptstadt, ist die größte Automobilfabrik des Landes. Hier produziert der französische Autobauer das Billigauto Dacia Logan. Mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent dominiert Dacia den rumänischen Automarkt. 2007 liefen rund 230.000 Fahrzeuge in Pitesti vom Band. 128.000 wurden exportiert. Vornehmlich nach Deutschland und Frankreich. In diesem Jahr soll die Kapazität des Werkes auf 350.000 Einheiten erweitert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2008)