US-Finanzminister will Fed-Aufsicht über Investmentbanken

(c) EPA (Shawn Thew)
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US-Finanzminister Henry Paulson fordert eine stärkere Aufsicht der US-Notenbank Fed über Investmentbanken: Der Zugang zu Krediten soll mit mehr Kontrolle verknüpft werden.

Nach den jüngsten Finanz-Turbulenzen hat US-Finanzminister Henry Paulson eine stärkere Aufsicht der Zentralbank über Investmentbanken gefordert. Die Regierung werde in Kürze entsprechende Vorschläge vorlegen, um eine Wiederholung der jüngsten Unsicherheiten zu verhindern.

"Müssen über Regulierungsmaßnahmen nachdenken"

"Dieser Wandel verlangt von uns allen, über den Rahmen der Maßnahmen zur Regulierung und Aufsicht umfassend nachzudenken", fügte er hinzu. Paulson würdigte die jüngsten Maßnahmen der US-Notenbank Fed zur Rettung der angeschlagenen US-Investmentbank Bear Stearns - unter anderem die neu geschaffene Möglichkeit für Investmentbanken, sich bei der Fed Liquidität zu verschaffen. Letzteres habe es seit den 1930er Jahren nicht mehr gegeben, betonte Paulson.

Die US-Zentralbank hatte kürzlich durch weitgehende Maßnahmen einen Zusammenbruch der fünftgrößten US-Investmentbank Bear Stearns verhindert. Unter anderem gab sie im Zuge der Übernahme von Bear Stearns durch J.P. Morgan Zusagen von bis zu 30 Mrd. Dollar (derzeit umgerechnet 19,1 Mrd. Euro) zur Sicherung der Liquidität. Zudem öffneten die Währungshüter ihr "Diskont-Fenster" erstmals auch den Investmenthäusern und senkte gleichzeitig den zugehörigen Zinssatz.

"Die Welt hat sich verändert"

"Die vergangenen Ereignisse haben gezeigt, dass sich die Welt verändert hat", sagte Paulson am Mittwochabend in Washington vor der Chamber of Commerce. Er führte laut "Neuer Zürcher Zeitung" aus, dass bei Geschäftsbanken der Staat dafür sorge, dass diese dank der Versicherung von Bankeinlagen über eine stabile Finanzierungsbasis verfügten. Im Gegenzug müssten sich diese Banken einer strengen Aufsicht unterziehen, um das Risiko des Staates bei der Einlagenversicherung zu minimieren. Dieses Modell will Paulson nun offenbar auch auf Investmentbanken umlegen.

Die Fed müsse von den Investmentbanken mehr Informationen erhalten, führte Paulson weiter aus. So soll die Fed ihr Risiko bei der Gewährung von Liquiditätshilfen besser einschätzen können, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung". Paulson empfiehlt zudem, dass die US-Notenbank mit der Börsenaufsicht SEC eng zusammenarbeiten soll. (Ag.)

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