MEL: Julius Meinl klagt IVA, dieser kontert mit Anzeige

Die Streitparteien werden durch die früheren Kanzleipartner Gheneff und Böhmdorfer vertreten.

wien (APA). Julius Meinl V. zieht gegen Wilhelm Rasinger, den Vorsitzender des Interessenverbands für Anleger (IVA), zu Feld. Er hat gegen ihn eine Klage wegen Ehrenbeleidigung eingebracht und verlangt einen Widerruf. Wie der IVA mitteilte, geht es dabei um einen auf der IVA-Homepage erschienenen Beitrag unter dem Titel „Sittenbild Meinl“. Darin setzt sich Rasinger kritisch mit den Vorgängen um den umstrittenen Rückkauf von Papieren der Meinl European Land (MEL) und dessen nachteiligen Folgen für die MEL-Aktionäre/Zertifikatsinhaber auseinander.

Nicht auf Widerruf geklagt wurde laut IVA die resümierende Formulierung von Rasinger: „Die Strategie von Julius Meinl V., der zwar hochintelligent und in finanziellen Angelegenheiten sehr kreativ ist, aber trotz stattlichem Vermögens offenbar nicht genug kriegen kann, wird immer deutlicher.“

Anzeige in Jersey

Der IVA hat auf Basis bekannt gewordener Nachrichten und Fakten eine Sachverhaltsdarstellung erarbeitet. Diese wird an die Aufsichtsbehörde in Jersey, wo die MEL ihren Sitz hat, gerichtet und darüber hinaus der Finanzmarktaufsicht zur Kenntnis gebracht. „Die zuletzt bekannt gewordenen Absichten von Julius Meinl V. bzw. des ihm nahe stehenden Boards der MEL erfordern, dass die Behörden mögliche Gesetzesverletzungen und strafrechtliche Aspekte raschest prüfen können“, so Rasinger.

Meinl wird durch die Kanzlei Gheneff-Rami-Sommer vertreten, der IVA durch die Kanzlei von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer. Huberta Gheneff war früher Böhmdorfers Kanzleipartnerin, als er Minister wurde, übernahm sie die Kanzlei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2008)

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