Die Schweizer Großbank UBS hat im ersten Quartal 2008 einen weiteren Verlust von rund zwölf Mrd. Franken (7,62 Mrd. Euro) erlitten und braucht eine zusätzliche Kapitalspritze von 15 Mrd. Franken. Nun zieht auch Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel die Konsequenzen. Er wird von Chefjurist Peter Kurer abgelöst. Die UBS hat bei der US-Hypothekenkrise rund 40 Mrd. Dollar in den Sand gesetzt.
Die Verlustzahlen für das erste Quartal liegen am oberen Ende der Analystenerwartungen. Der Reinverlust im ersten Quartal wird demnach rund zwölf Mrd. Franken betragen, fast gleich viel wie der bisherige Rekordverlust für das vierte Quartal 2007.
Die Verluste und Abschreibungen auf dem US-Immobilienmarkt für die ersten drei Monate belaufen sich auf rund 19 Mrd. Dollar (12,02 Mrd. Euro). Insgesamt hat die UBS damit bei der US-Hypothekenkrise so viel wie bisher keine andere Bank verloren.
Um die Kernkapitalquote zu stärken und das Vertrauen im Vermögensverwaltungsgeschäft nicht zu verlieren, braucht die größte Schweizer Bank erneut eine Kapitalspritze. Nach den vom Singapur-Staatsfonds GIC und einem Investor aus dem Nahen Osten Ende Februar bereitgestellten 13 Mrd. Franken sollen nun nochmals 15 Mrd. Franken hinzukommen. Die ordentliche Kapitalerhöhung durch Zuteilung von Bezugsrechten wird von einem Bankensyndikat unter Führung von JPMorgan, Morgan Stanley, BNP Paribas und Goldman Sachs fest übernommen.
Weiter gab die UBS die Bildung einer Einheit bekannt, die die derzeit illiquiden Vermögenswerte aus dem US-Immobilienmarkt betreuen soll. Der 58-Jährige Ospel tritt bei der Generalversammlung am 23. April nicht mehr an und soll durch den Chefjuristen Kurer abgelöst werden, der seit 2002 Mitglied der Konzernleitung ist.
(APA)