Der österreichisch-deutsche Baukonzern Strabag hat am Mittwoch den mittelständischen schwedischen Straßenbauer ODEN gekauft und ist damit in den Heimmarkt seines europäischen Konkurrenten Skanska eingedrungen. Mit dem Zukauf will die Strabag von den ehrgeizigen Infrastrukturausbauplänen (z.B. Schiene) in Schweden profitieren und ODEN zum Brückenkopf für Skandinavien und das Baltikum ausbauen.
"Darüber hinaus hoffen wir, dass uns ODEN bei unseren Plänen in Osteuropa und Russland unterstützen kann", sagte Strabag-Konzernchef Haselsteiner in Stockholm. Der polnische Arbeitsmarkt sei von qualifizierten Bauarbeitern wie leergefegt, auch für die Projekte in Russland brauche die Strabag Ingenieure, sagte Haselsteiner beispielhaft.
ODEN, bereits Partner der Strabag in vier Projekten, hat im vergangenen Jahr mit rund 400 Mitarbeitern umgerechnet 121 Mio. Euro Umsatz gemacht, 60 Prozent des Geschäftsvolumens kamen aus dem Straßen-, 30 Prozent aus dem Brückenbau. Das Unternehmen, an dem das Management mit 15 Prozent beteiligt bleibt, ist im vergangenen Jahr um 10 Prozent, im Jahr davor um 30 Prozent gewachsen, sagte CEO Björn Andersson. "Wir hoffen, in den nächsten vier bis fünf Jahren unsere Größe verdoppeln zu können."
Verkäufer waren schwedische Privatleute, über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Nettomarge der Gesellschaft beläuft sich auf zwei bis drei Prozent, Beobachter schätzen auf dieser Basis die Größenordnung der Akquisition auf um die 20 Mio. Euro.
Für fünf Akquisitionen im heurigen Jahr hat die Strabag schonen einen höheren zweistelligen Millionenbetrag ausgegeben. Drei weitere größere Zukäufe sind laut Haselsteiner "noch in der Pipeline", einer in Russland, einer in Mitteleuropa sowie der Zukauf eines (Bau)Technologieunternehmens.
(APA)