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Peter Matic: „Ja, hätte ich eine Tenorstimme gehabt!“

(c) APA (Barbara Gindl)
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Der Schauspieler über Volksopernpläne. „Schon als Kind habe ich bei Aufführungen des ,Don Giovani‘ Blut geleckt. Als ich dann in Wien Theaterwissenschaft studierte, war ich so gut wie täglich auf dem Stehplatz anzutreffen."

Schauspieler von Rang werde er beschäftigen, so verkündete Robert Meyer bei Antritt seines Amtes als Volksoperndirektor. Liest man die Besetzungsliste der heutigen Premiere der Neueinstudierung von Robert Herzls „Ma Fair Lady“-Inszenierung, dann schlägt das Herz des Schauspielfreundes tatsächlich höher: Senkrechtstarterin Katherina Straßer findet sich bei ihrem Debüt als Eliza Doolittle inmitten eines Ensembles, das man beim Film als „All Star Cast“ bezeichnen würde: Louise Martini gibt die Mrs. Higgins, Herbert Föttinger den Henry Higgins, Meyer selbst spielt den Alfred P. Doolittle und als Pickering ist Peter Matic angesetzt, der sich im Gespräch mit der „Presse“ schon sehr auf die neue Aufgabe freut. Einen Oberst zu mimen wird dem Publikumsliebling nicht schwerfallen. Immerhin war sein Vater gleich in drei Armeen Offizier: „Ja“, sagt Matic, „Offizier war er, aber kein Militarist. Von ihm habe ich die Genauigkeit gelernt. Aber er liebte die Literatur und die Musik, Beethoven vor allem.“

Das Musische fiel bei Sohn Peter auf fruchtbareren Boden als das Militärische: „Meine Mutter“, erzählt Matic weiter, „war aus einer sehr kulturbeflissenen Salzburger Familie, hat die frühe Festspielgeschichte miterlebt und war mit vielen bedeutenden Künstlern befreundet. Ich bin mit dem ,Rosenkavalier‘ aufgewachsen, mit Namen wie Lotte Lehmann, Clemens Krauss...“

Musik, nicht zuletzt die Oper, war für Peter Matic stets bestimmendes Element: „Schon als Kind habe ich bei Aufführungen des ,Don Giovani‘ Blut geleckt. Als ich dann in Wien Theaterwissenschaft studierte, war ich so gut wie täglich auf dem Stehplatz anzutreffen – viel öfter in der Oper als im Burgtheater, wie ich zugeben muss. Es war die Ära Karajan – und da waren Sänger zu hören!“ Matic gerät noch heute ins Schwärmen, vor allem, wenn es um Stimmen geht.

„Ich habe ja im Fahrwasser vom Michael Heltau auch Gesangsstunden genommen – bei seiner Gesangslehrerin. Das war eine herrliche Erfahrung. Ich glaube, wenn ich eine Tenorstimme gehabt hätte, dann hätte ich es mir doch überlegt. Oper ist ja, wenn alles stimmt, doch die höchste Kunstform.“


Fasziniert von Sprache und Musik

Und doch hat er als Schauspieler seine Erfüllung gefunden: „Ich habe ja viel und gern mit Sprache zu tun. Ich finde ja auch, dass im Musiktheater der Text immer verständlich bleiben muss. Denken Sie, welche Texte! Wenn eine Elektra ihr ,Wer dann noch lebt, der kann sich seines Lebens freu'n‘ prägnant zu singen weiß, dann ist das einer der unglaublichsten Momente überhaupt!“

Dass die Volksoper nun eine nicht unbedeutende Rolle in seinem Künstlerleben spielt, findet Matic wunderbar: „Mir geht es gut“, sagt er, „ich bin froh, dass am Burgtheater nichts an mich herangetragen wurde, was ich lieber nicht mitgemacht hätte.“ Manchmal lehnt er doch auch Angebote ab: „Wenn ein Regisseur, der heute sehr en vogue ist, mir eine Rolle anbietet und sagt: ,Den Text erarbeiten wir auf den Proben‘, dann sage ich Nein. Ich kann es einfach nicht. Ich brauch' meinen Text. Das ist eine andere Art Theater, die da gemacht wird.“ Manches fasziniert ihn daran aber doch: „Mit Schleef hab' ich gern gearbeitet, weil mir das .Sportstück‘ damals so gefallen hat!“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2008)