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Simbabwe: Opposition warnt vor drohendem Blutbad

Angeblich 60 weiße Farmer in jüngster Gewaltwelle vertrieben.

HARARE (Reuters). Während immer mehr internationale Stimmen die Veröffentlichung des Ergebnisses der Präsidentenwahl in Simbabwe fordern, warnt die oppositionelle „Bewegung für einen Demokratischen Wandel“ (MDC) vor einem drohenden Blutbad, sollte es nicht zu einer Intervention von afrikanischen Staaten kommen. Die MDC wirft der regierenden Zanu-PF-Partei von Langzeitmachthaber Robert Mugabe vor, bewusst Gewalt zu provozieren, um dann den Ausnahmezustand in Simbabwe verhängen zu können: „Das Land droht so in einen blutigen Konflikt abzugleiten.“

Im Visier stehen auch die verbliebenen weißen Farmer: Laut Angaben des Farmerverbands CFU wurden in der jüngsten Gewaltwelle bereits 60 Gutsbesitzer und ihre Familien vertrieben. Anfang des Jahrzehnts hatte Mugabe bereits tausende weiße Farmer enteignen lassen, Dutzende wurden dabei ermordet. Auch ein erster schwarzer Landwirt wurde nun vertrieben. Man warf ihm Unterstützung der Opposition vor.

Am Dienstag hat das Oberste Gericht Simbabwes eine Klage der Opposition auf unverzügliche Veröffentlichung der Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 29. März angenommen. Die Polizei hat unterdessen sieben Mitarbeiter der Wahlkommission verhaftet, weil sie angeblich Wahlfälschungen zulasten von Mugabe vorgenommen hätten. Die Opposition wiederum wirft seit Tagen den Machthabern vor, die Veröffentlichung des Wahlergebnisses zu verzögern, um dem MDC-Präsidentschaftskandidaten Morgan Tsvangirai mittels Manipulationen „seinen Wahlsieg zu stehlen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2008)