Die von der Finanzkrise gebeutelte US-Bank Citigroup will sich von einem 12 Mrd. Dollar schweren Kreditpaket trennen. Die Bank könnte sich damit von einer schweren Last in seiner Bilanz befreien.
Die US-Großbank Citigroup steht kurz vor dem Verkauf eines 12 Milliarden Dollar schweren Kreditpakets an eine Gruppe von Beteiligungsfirmen. Das Geschäft könnte bis zum 18. April abgeschlossen werden, wenn die Bank ihre Quartalsergebnisse vorlege, schreibt das "Wall Street Journal" in seiner Onlineausgabe. Die einst nach dem Börsenwert weltgrößte Bank zählt zu den größten Opfern der aktuellen Finanzkrise. Allein im vierten Quartal 2007 wurden 9,83 Mrd. Dollar verloren und tausende Mitarbeiter entlassen. Der Aktienkurs brach in den vergangenen Monaten um fast 60 Prozent ein.
Die Kredite und Anleihen stammen aus dem Geschäft mit Firmenkäufen sowie Unternehmensfinanzierungen. Sie waren seit Mitte 2007 wegen der Finanzkrise praktisch unverkäuflich. Die Investoren sollen die Darlehen wegen des Risikos mit einem Preisabschlag von etwas mehr als zehn Prozent bekommen, zitiert "Spiegel Online" aus dem US-Blatt.
Unter den Finanzinvestoren seien die Apollo Group, Blackstone und TPG. Weitere Verkäufe dieser Art seien möglich, hieß es weiter. Citigroup, Apollo und TPG lehnten eine Stellungnahme ab. Blackstone war zunächst nicht erreichbar.
Wieder Bewegung im Kreditmarkt
Der Verkauf würde zu den größten Geschäften dieser Art seit langem gehören, schreibt der TV-Sender "n-tv" in seiner Onlineausgabe. Er wäre ein Zeichen, dass in den Markt wieder etwas Bewegung kommen könnte.
Erst vergangene Woche hatte Kohlberg Kravis Roberts (KKR) angedeutet, notleidende Kredite zu kaufen. Wachsendes Interesse verzeichnen der "Financial Times Deutschland" zufolge aber nicht nur Darlehen für fremdfinanzierte Übernahmen, sondern auch Immobiliendarlehen, die im Zuge der Hausmarktkrise an Wert verloren haben.
Die Lage am Markt für Kredite ist aber weiterhin schwierig. So haben sich die US-Banken Citigroup, Morgan Stanley, Wachovia sowie die Deutsche Bank, Credit Suisse und die Royal Bank of Scotland geweigert, die Finanzierung der 22 Mrd. Dollar teuren Übernahme des US-Radiosenders Clear Channel zu finanzieren. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Thomas Lee & Partners haben in New York und Texas Klage gegen die Banken eingereicht.
Während des Firmenübernahmen-Booms in den vergangenen Jahren finanzierten die Banken die Geschäfte über günstige Kredite, die sie dann als Wertpapiere an Investoren weiterverkauften. Mit der Kreditkrise brach dieses Geschäft zusammen. Derzeit belasteten die Bücher der Banken an der Wall Street laut "Wall Street Journal" noch rund 120 Milliarden Dollar solcher Kredite. (Ag./Red.)