Mehr Einlagen, weniger Wertpapiere. Deutliche Verluste gab es vor allem bei Aktien, im besonderen bei Bank- und Immobilientiteln.
wien (red/ag). Die internationale Finanzkrise des Vorjahres hinterließ nicht nur in den Bankbilanzen, sondern auch in den privaten Wertpapierdepots der Österreicher tiefe Spuren: 2006 konnten sich die heimischen Anleger noch über Kursgewinne in Höhe von 6,3 Mrd. Euro freuen. 2007 mussten sie Kursrückgänge von 1,7 Mrd. Euro hinnehmen. Insgesamt verringerte sich der Marktwert der Wertpapierbestände privater Anleger laut Angaben der Oesterreichischen Nationalbank im Vorjahr um zwei Prozent. Deutliche Verluste gab es vor allem bei Aktien, im besonderen bei Bank- und Immobilientiteln.
Konsumkredite netto rückläufig
Insgesamt besaßen die Österreicher Ende 2007 ein Geldvermögen von 388 Mrd. Euro, was netto einem Zuwachs von fünf Prozent entspricht. Ebenfalls um fünf Prozent auf 142 Mrd. Euro legten im Vorjahr die Bankverbindlichkeiten der privaten Haushalte zu. Der Löwenanteil der neu aufgenommenen Kredite von 5,3 Mrd. Euro entfiel wie schon in den Vorjahren auf die Beschaffung und Renovierung von Wohnraum. Konsumkredite wurden netto getilgt.
2007 legten die Österreicher insgesamt 18,6 Mrd. Euro auf die hohe Kante und damit um ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und den relativ hohen Einlagenzinsen floss der Löwenanteil (62 Prozent) der privaten Ersparnisse im Vorjahr in Bankeinlagen. Dabei dominierten Termin- und Spareinlagen, die Direktbanken und Bausparkassen konnten hingegen kaum vom Einlagenboom profitieren. Am stärksten war der Zuwachs bei Einlagen mit einer Bindungsfrist von einem Jahr.
Der Kauf von Wertpapieren fiel hingegen deutlich geringer aus. Insgesamt wurden 2,5 Mrd. Euro in Wertpapiere investiert, was einem Anteil von 13 Prozent an der gesamten Geldvermögensbildung entspricht. Gekauft wurden vor allem Bankanleihen, während sowohl Aktien als auch Investmentzertifikate verkauft wurden. Im Jahr 2006 war der Wertpapieranteil noch bei 22 Prozent gelegen.
Um 3,4 Mrd. Euro und damit geringer als im Vorjahr stiegen die Ansprüche gegen Lebensversicherungen und betriebliche Pensionskassen.
AUF EINEN BLICK
Wegen der Finanzmarktturbulenzen deponierten die Österreicher im Vorjahr ihr Geld überwiegend auf Bankkonten. Die Wertpapierkäufe gingen gegenüber 2006 deutlich zurück. Nach 6,3 Mrd. Euro Kursgewinnen im Jahr 2006 gab es im Vorjahr Kursverluste von 1,7 Mrd. Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.04.2008)