"Subprime-Star" gründet eigenen Hedge-Fonds

(c) EPA (Everett Kennedy Brown)
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Bei Goldman Sachs war er ein gefeierter Mann: Josh Birnbaum setzte früher als die Konkurrenz auf einen Kollaps der Hypotheken-Papiere. Nun kehrt er Goldman Sachs den Rücken.

Die Liste der Verlierer der US-Kreditkrise ist lang. Die US-Banken Citigroup, Merrill Lynch, Bank of America, Wachovia & Co mussten milliardenschwere Verluste hinnehmen. Die US-Investmentbank Bear Stearns schlitterte fast in die Pleite und wurde nur durch den - durch die Fed unterstützten - Kauf von J.P. Morgan gerettet.

Aus all den Verlierern stach ein einsamer Gewinner heraus: Die US-Investmentbank Goldman Sachs setzte früh auf den Zusammenbruch der Märkte für Wertpapiere auf Hypotheken-Basis. So verbuchte Goldman Sachs trotz Milliardenabschreibungen 2007 einen Rekordgewinn.

Auf Kollaps der Hypotheken-Papiere gewettet

Das Geheimrezept der Erfolges: Eine Gruppe von Händlern der Bank spekulierte mit konzerneigenem Geld früher und umfangreicher als die Konkurrenz auf einen Kollaps der Hypothekenpapiere. Die Goldman Sachs-Händler bezogen so genannte "Short Positions" (Leerverkäufe). Unter ihnen: Josh Birnbaum.

Nun hat der 35-Jährige Händler die Investmentbank verlassen, wie er selbst bestätigt. Über seine Pläne hält er sich allerdings bedeckt. Die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" will aber erfahren haben, dass Birnbaum plant, einen eigenen eine Milliarde Dollar schweren Hedge Fonds zu gründen. Birnbaum war seit 1993 bei Goldman Sachs.

Erfolg nicht ohne Neider

Der Erfolg sorgte im Dezember 2007 an der Wall Street aber auch für böses Blut. Denn Goldman Sachs kassierte auf der einen Seite, indem die Bank Geld auf einen Einbruch bei den Hypothekenpapieren setzte. Auf der anderen Seite wurden Anlegern von anderen Abteilungen der Bank weiterhin genau diese Papiere empfohlen. "Wenn man will, kann man darin schon einen ethischen Konflikt vermuten", zitierte damals die "Financial Times Deutschland" Octavio Marenzi von dem Bostoner Finanzberater Celent. (phu)

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