Citigroup: Fünf Mrd. Dollar Verlust - zehntausende Jobs wackeln

(c) EPA (Dai Kurokawa)
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Katastrophales erstes Quartal für die größte US-Bank. "Wir werden uns von allen Hobbys trennen und uns auf die Kernkompetenzen konzentrieren", sagt Konzern-Chef Pandit.

Belastet von der Kreditkrise hat die größte US-Bank Citigroup den zweiten Quartalsverlust in Folge verbucht. Der Netto-Fehlbetrag summierte sich im ersten Quartal 2008 wegen weiterer hoher Abschreibungen auf Hypothekenkredite auf 5,11 Mrd. Dollar (3,22 Mrd. Euro), wie das Institut am Freitag mitteilte. Im Vorjahr hatte die Bank im selben Zeitraum noch einen Gewinn von 5,01 Mrd. Dollar erwirtschaftet.

"Werden uns von allen Hobbys verabschieden"

Die Bank werde sich weiter von Randaktivitäten trennen, kündigte der seit Dezember amtierende Konzernchef Vikram Pandit am Freitag in New York an. Sparen um jeden Preis ist nun angesagt: "Es ist eindeutig machbar, 10, 15, 20 Prozent unserer Kosten zu sparen, vor allem bei der Informationstechnologie und in der Verwaltung", sagte Citigroup-Chef Vikram Pandit der "Financial Times".

Weltweit beschäftigt die krisengeplagte US-Bank rund 300.000 Mitarbeiter. Die Streichung von 4.000 Posten wurde bereits angekündigt. Pandit will aber auch Randbereiche abstoßen, um Einsparungen zu erzielen: "Alles, was nach einem Konglomerat aussieht, wird verschwinden. Wir werden uns von allen Hobbys verabschieden und uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren", betonte der Chef der Großbank laut "Spiegel Online".

Verlust fiel höher als erwartet aus

Der Verlust fiel noch höher aus als von Analysten erwartet. Die Bank war bereits im Schlussquartal 2007 mit einem Minus von fast 10 Mrd. Dollar tief in die Verlustzone gestürzt. Wegen der Kreditkrise hatte sie bisher gut 20 Mrd. Dollar abgeschrieben und die Dividende drastisch gekürzt.

Das Institut holte sich bisher zudem rund 30 Mrd. Dollar frisches Kapital vor allem über den Einstieg neuer Großinvestoren. Weltweit haben Banken bisher über 200 Mrd. Dollar wegen der Kreditkrise abgeschrieben und sich fast ebenso viel frisches Kapital verschafft

"Auction Rate Securities" im Visier

Indes wurde bekannt, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft 18 Banken und Broker vorgeladen hat, um deren Handhabung bestimmter Anleihen zu klären. Unter den Instituten seien die Deutsche Bank und zahlreiche US-Großbanken, hieß es am Donnerstag bei Personen, die mit der Untersuchung vertraut sind.

Es gehe um "Auction Rate Securities", also Spezialanleihen mit langer Laufzeit. Dabei handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, deren Zins in kurzen Abständen (sieben bis 35 Tage) bei Auktionen festgelegt wird. Der Markt dieser Anleihen umfasst ein Volumen von 330 Mrd. US-Dollar. Infolge des Vertrauensverlusts an den Finanzmärkten scheiterten in den vergangenen Wochen reihenweise Auktionen an mangelndem Interesse der Investoren. Dabei handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, deren Zins in kurzen Abständen (sieben bis 35 Tage) bei Auktionen festgelegt wird. Der Markt dieser Anleihen umfasst ein Volumen von 330 Mrd. US-Dollar.

Den Kreisen zufolge wurden neben der Deutschen Bank die Schweizer UBS, die US-Institute Merrill Lynch, Goldman Sachs, Citigroup, Wachovia, Lehman Brothers, Bank of America, JPMorgan, Morgan Stanley und E*Trade Financial vorgeladen.

Die Untersuchung des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo befasse sich mit der Frage, wie die Auktionen abgelaufen sind und wie die Anleihen verkauft wurden. (Ag./Red.)

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