Rapid ist Meister: "Mission 32" triumphal erfüllt

GEPA pictures/ Mario Kneisl

Fußball-Bundesliga. Rapid verwertete den ersten Matchball, sicherte sich dank 3:0 gegen Altach den 32. Meistertitel der Klubgeschichte. Die Vorherrschaft von Red Bull wurde vor allem mit viel Herz durchbrochen.

Im Westen Wiens brodelte es am Sonntag, schließlich hatte der SK Rapid eine „Mission“ zu erfüllen. „Bringt es erfolgreich zu Ende, was wir begonnen haben!“, bekam die Mannschaft zu lesen, als sie um 15.30 Uhr den heimischen Rasen betrat. Auf der West-Tribüne lief gleichsam ein Film ab, alle Ergebnisse der heurigen Saison wurden im Schnelldurchlauf abgespult. Darunter fanden sich nicht nur glorreiche Ergebnisse, sondern auch Niederlagen. Darunter auch gegen Altach. Die Vorarlberger hatten sich in den vergangenen Monaten ein wenig zu einem Angstgegner für Grünweiß entwickelt. Nicht nur wegen der 0:2-Niederlage im Herbst. Auch im Ländle war Altach ein ernst zunehmender Gegner.

Aber seit dem epochalen 7:0-Sieg von Rapid in Salzburg hat sich vieles geändert bei Rapid. Eine Art neue Zeitrechnung hatte begonnen, in Hütteldorf zählten die Fans nur bis 32. In den Köpfen der Fans spukte nur der Traum vom 32. Meistertitel herum, es folgten Siege wie auf Bestellung, das Hanappistadion wurde fünfmal in Serie bis auf den letzten Platz gestürmt. Das hat es in der Geschichte des Stadions noch nie gegeben.

Geölte Kehle, nackte Oberkörper

Ein Hauch von südländischer Begeisterung wehte durch die Rapid-Heimstätte, auf der Westtribüne wurde nicht nur 90 Minuten lang durchgesungen, was die Kehlen so hergaben, sondern es wurden auch gewaltig die Gurgeln geschmiert. Dort, wo der harte Kern der Fans beheimatet ist, dort regierten die nackten Oberkörper. Aber die Hitzköpfe blieben großteils daheim. Auch die „Ultras“ haben dazu gelernt.

Die Fans waren mit Anpfiff auf Betriebstemperatur, die Mannschaft von Peter Pacult stand dem um nichts nach. Nach nicht einmal sieben Minuten hatte der Tabellenführer gegen Altach sein Ziel fast schon erreicht. Ümit Korkmaz, der pfeilschnelle Flügelspieler, hatte sich wieder einmal links durchgesetzt, in der Mitte lauerte Branko Boskovic, der im Stile eines abgebrühten Legionärs zum 1:0 traf. Und weil es so schön war, folgte nur drei Minuten später fast eine Kopie des eben Erlebten. Kormaz packte noch einmal seinen Gegenspieler ein, diesmal stand Stefan Maierhofer dort, wo ein Torjäger stehen muss (2:0). Einen Riecher für solche Situationen hat der 2,02-m-Sturmtank.

Die Vorarlberger hatten gegen den neuen Meister keine Chance, die grünweiße Angriffsmaschinerie rollte unermüdlich. Der dritte Treffer war nur eine Frage der Zeit. Auch Erwin „Jimmy“ Hoffer durfte sich in die Schützenliste eintragen, der (Unter-21)-Teamspieler traf ins lange Eck (32.).

Auf der Westtribüne wurden längst bengalische Feuer entzündet, unmittelbar vor der Pause waren dann auch die letzten Zweifel verflogen. Erstmals in dieser Saison ertönten „Wir werden Meister“-Sprechchöre. Als die Gruppe „Alkbottle“ die Stimmung zusätzlich anheizte, bebte das Hanappistadion. Ganz nach dem Motto: „Wir trinken auf Rapid.“

Das Spiel selbst geriet in weiterer Folge trotz Ausschluss von Pamminger (83.) zur Nebensache, die Fans feierten ihre Mannschaft und ein bisschen auch sich selbst. Um 17.20 Uhr war das Werk vollbracht. Für viele ein kleines Fußball-Wunder, die Red-Bull-Vormachtstellung ist durchbrochen. Als Bundesliga-Präsident Martin Pucher Mannschaftskapitän Steffen Hofmann den Meisterteller überreichte, schwappte die Begeisterung vollends über. „Die Mission 32“ war vollbracht. Viele werden es erst realisieren, wenn der Kater verflogen ist.

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