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UniCredit/HVB: Gerüchte über 50 Mrd. US-Dollar Abschreibung

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Die Gerüchte über die italienische Mutter der Bank Austria schocken die Börsen. HVB-Chef Sprißler hatte von signifikanten Wertkorrekturen bei der HVB berichtet.

Deutsche Bankaktien sind am Mittwochmittag nach Gerüchten über Milliardenabschreibungen bei der UniCredit-Tochter HVB unter Druck geraten. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach die UniCredit, auch Mutter der österreichischen Bank Austria, und ihre Tochter HVB 50 Mrd. US-Dollar (31,4 Mrd. Euro) im ersten Quartal abschreiben müsse. Bereits am Vormittag sei die Rede von deutlichen Abschreibungen gewesen. Ein Analyst bezeichnete die Spekulationen als "kompletten Unsinn". "Da hat jemand einige Nullen verwechselt, das wären ja 30 Mrd. Euro", sagte der Experte. So etwas sei bei der UniCredit noch nicht vorgekommen.

HVB-Chef Wolfgang Sprißler hatte am Dienstagabend in München gesagt, es werde im ersten Quartal signifikante Wertkorrekturen auf das Wertpapier-Portfolio geben. Zahlen wollte er noch nicht nennen, sie sollen im Mai folgen. In Summe sei die Finanzkrise im ersten Quartal 2008 nicht spurlos an der Münchner Großbank HVB vorbeigegangen. "Wir sind verhalten in das Jahr gestartet, das gilt vor allem für das Investmentbanking", bekräftigte er. "Alle anderen Bereichen laufen gut. Dort spüren wir bisher keine Auswirkungen der Finanzkrise." Bei der zum italienischen Finanzkonzern UniCredit gehörenden HVB ist das Investmentbanking die wichtigste Sparte.

Bisher Belastungen von 463 Mio. Euro

Bisher hatte die HVB die Finanzkrise ohne größere Blessuren überstanden. Die Belastungen summierten sich auf 463 Mio. Euro, wenig im Vergleich mit anderen Geldhäusern in den USA, der Schweiz oder Deutschland. "Im April haben sich die Märkte etwas verbessert", sagte Sprißler am Dienstagabend in München. Ob dies bereits eine Trendumkehr sei, lasse sich heute noch nicht seriös beantworten. "Man könnte vielleicht sagen: Das schlimmste liegt hinter uns. Aber in Stein meißeln würde ich das jetzt noch nicht." (APA)