Viele Kärntner und Steirer nutzen die neuen Jobchancen bereits.
Think big, act global, go west: Das waren die Karriereschlachtrufe von gestern. Doch die Einsicht, dass nur globale Karrieremacher gute Karrieremacher sind, hat begrenzten Bezug zur Wirklichkeit. Denn gerade in den Regionen des zusammenwachsenden Europas lauern sensationelle Karrierechancen.
Man muss sie nur nützen. Wie Österreichs Unternehmen. Die sind in den neuen Gewinn-Regionen bestens unterwegs. Tatsache ist: Es sind die Gewinne österreichischer Unternehmen aus Mittel- und Osteuropa, die Arbeitsplätze und Unternehmenszentralen in Österreich sichern. Und nicht nur das: Österreichs reales BIP wird durch die EU-Erweiterung in den nächsten zehn Jahren pro Jahr um rund 0,2 Prozentpunkte stärker steigen. Die österreichische Volkswirtschaft beherbergt zwar nur zwei Prozent der EU-Bevölkerung, unser Land wickelt jedoch fast ein Zehntel des EU-Handels mit dieser Region ab. Deshalb sollte man sich als Karrieremacher ein Beispiel an den Unternehmen nehmen. Viele Kärntner und Steirer haben die Chancen schon erkannt – und sich hochattraktive Jobs im benachbarten Slowenien geangelt. Sie sind erfolgreiche Karriere-Gastarbeiter, die „daheim“ schon lange nicht mehr belächelt werden. Der tägliche Weg über die Grenze ist ein Weg in einen neuen Karriereraum.
Think regional: Das klingt nicht besonders sexy, zugegeben. Aber die damit verbundenen Karriereperspektiven sind es. Schade, dass der kleine Karriere-Grenzverkehr nicht noch populärer ist. Das täte nicht nur unserem wirtschaftlichen Erfolg gut, sondern auch unserem kulturellen Horizont.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2008)