Die Sparguthaben steigen in Österreich und auch das Vertrauen in die Konjunktur wird größer. Trotzdem verliert sogar das Sparbuch im Vertrauen der Anleger ebenso wie Gold.
Wien. Niedrige Zinsen, steigende Arbeitslosenraten und sinkendes Vertrauen in die Banken schlagen sich offensichtlich auch auf die Spargewohnheiten der Österreicher nieder. Ihr Interesse, das erarbeitete Geld auf ein Sparbuch zu legen oder anderwärtig neu zu veranlagen, ist deutlich gesunken. Nur mehr 80 Prozent wollen Geld anlegen, vor einem Jahr waren es noch 87 Prozent.
Das ergab der Spar- und Kreditmonitor, eine quartalsweise Integral-Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen unter 1.000 Österreichern ab 14 Jahren. Im Schnitt planen die Österreicher demnach 6.200 Euro zu sparen oder neu zu veranlagen, das sind um 500 Euro mehr als im Vorjahr.
Nur noch 7 Prozent vertrauen auf Gold
Im Vergleich zum Vorjahr haben demnach fast alle Spar- und Anlageformen an Zuspruch verloren: Mit einem Sparbuch wollen nur mehr 62 Prozent sparen, ein Minus von 8 Prozentpunkten. Einen Bausparvertrag wollen nur mehr 55 Prozent (-4 Prozent) abschließen, eine Lebensversicherung nur mehr 38 Prozent (-5 Prozent). Während sich Investmentfonds stabil bei 15 Prozent halten konnten, haben auch Aktien und Anleihen mit 9 Prozent (-1 Prozent) verloren. Stark zurückgegangen ist auch das Interesse an Gold, nur mehr halb so viele der Befragten wie im Vorjahr - 7 Prozent (-7 Prozent) - sieht im Edelmetall ein lohnendes Investment.
Sehr viel Geld liegt derzeit als "täglich fällige Einlage" - also ohne Kündigungs- und Bindungsfrist - großteils auf Österreichs Girokonten: Im 1. Quartal waren es fast 10 Mrd. Euro mehr als im ersten Quartal 2013. "Viele parken ihr Geld und wissen immer noch nicht so recht, wie sie investieren sollen", so Peter Bosek, Privat-und Firmenkundenvorstand der Erste Bank, in der Pressemitteilung. Sein Rat in Niedrigzinsphasen: Breite Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen.
Billiges Geld fördert Bereitschaft zu Krediten
Größere Anschaffungen sind im laufenden Jahr wieder von einem Drittel der Befragten geplant. 16 Prozent (+5 Prozent) wollen dazu auf einen Kredit zurückgreifen und veranschlagen dafür rund 77.000 Euro (+8.700 Euro). Die Zahl derer, die über eigene Ersparnisse finanzieren wollen, hat sich von 88 Prozent auf 83 Prozent verringert.
Was die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich angeht, so sehen 40 Prozent eine Erholung für 2014. 8 Prozent haben keine Meinung dazu und 51 Prozent glauben noch nicht an eine Erholung.