EVP und Sozialdemokraten fast gleichauf.
Brüssel. Die Europäische Volkspartei (EVP) konnte laut einer neuen Prognose von Pollwatch ihren vorübergehenden Vorsprung bei den Umfragedaten zur Europawahl nicht halten. Sie liegt laut einer neuen Zusammenstellung aller nationalen Prognosen wieder fast gleichauf mit den Sozialdemokraten. Damit ist auch das Rennen um den Posten des EU-Kommissionspräsidenten wieder offen. Er soll von der stärksten Partei bei der Europawahl kommen.
Die EVP kann derzeit nur noch auf einen knappen Vorsprung von fünf Abgeordnetensitzen (213) im künftigen Europaparlament hoffen. Für die sozialdemokratische Fraktion (S&D) errechnete Pollwatch 208 Sitze. An dritter Stelle liegen die Liberalen mit 62 Sitzen (bisher 85) noch vor den Grünen mit 42 (bisher 58) Sitzen.
Ein so knappes Ergebnis lässt Konflikte bei der Bestellung des nächsten Kommissionspräsidenten erwarten. Da die Fraktionsbildung erst in den Wochen nach der Wahl erfolgt, könnten nämlich Differenzen unter einzelnen nationalen Parteien letztlich den Ausschlag für eine Änderung der Mehrheiten bringen. Tritt beispielsweise Berlusconis Forza Italia aus der EVP aus, würde das möglicherweise eine Bestellung des christdemokratischen Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker zum Kommissionschef verhindern. (wb)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2014)