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AK: Lebensmittelpreise steigen doppelt so stark wie Inflation

Die Presse

Die Preise für die günstigsten Lebens- und Putzmittel seit März 2013 sind um 4,8 Prozent gestiegen. Die WKÖ bezweifelt die Zahlen der AK.

Besonders günstige Lebens- und Putzmittel haben sich im Jahresabstand überdurchschnittlich stark verteuert, kritisiert die Arbeiterkammer. Während im März die allgemeine Inflationsrate nur 1,6 Prozent betrug und Nahrungsmittel und Getränke allgemein um 2,4 Prozent teurer wurden, seien die Preise für die günstigsten Lebens- und Putzmittel von März 2013 bis März 2014 um 4,8 Prozent gestiegen.

Das geht aus dem aktuellen AK-Preismonitor der Arbeiterkammer (AK) hervor, der Preise von 40 Lebensmitteln und Putzmitteln in acht Supermärkten und Diskontern in Wien verglichen hat. Während der Einkaufskorb im März 2013 durchschnittlich 49,22 Euro kostete, waren es im heurigen März durchschnittlich knapp 52 Euro. "Bei den Diskontern ist Einkaufen günstiger: Der Einkaufskorb kostet in den Supermärkten um durchschnittlich 13 Prozent mehr als bei den Diskontern", so AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic am Dienstag in einer Aussendung.

WKÖ bezweifelt AK-Daten

Nach der Wirtschaftskammer Österreich stimmen die Ergebenisse der AK-Erhebnung weder mit der Handelsrealität überein noch  mit den statistischen Daten überein. Denn laut Statistik Austria haben die österreichischen Einzelhandelsunternehmen im März 2014 nominell um 1,9 Prozent weniger umgesetzt um als im März des Vorjahres. Diese Zahlen widerlegen wohl die Annahme hoher Preissteigerungen im Handel, wie sie von der Arbeiterkammer behauptet werden“, zieht Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der WKÖ, ihre Schlussfolgerungen. „Wenn die Teuerung mancher Produkte sich tatsächlich im zweistelligen Prozentbereich bewegen würde, wie das die AK behauptet, dann müsste es ja große nominelle Umsatzsteigerungen gegen haben. Mit einem Umsatzminus von 1,9 Prozent ist aber leider das Gegenteil der Fall.“

 

„Ich kann mir die Ergebnisse der Erhebungen der Arbeiterkammer nur so erklären, dass – um zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen - solche Produkte herausgegriffen wurden, aus denen sich keine repräsentativen Gesamtergebnisse ableiten lassen.“

Mlich um elf Prozent teurer

 

Starke Preissteigerungen registrierte die AK unter den preiswertesten Produkten bei Pizza Margherita tiefgekühlt (+27 Prozent), Gouda Käse (+20 Prozent), Cola (+14 Prozent), Äpfel, Milch oder Duschgel (+ rund 11 Prozent).

Die AK ging in fünf Supermärkten (Billa, Interspar, Merkur, Spar, Zielpunkt) und drei Diskontern (Hofer, Lidl, Penny) in Wien einkaufen. Es wurde das jeweils preiswerteste erhältliche Produkt erhoben. Dabei wurden Aktionen, aber keine Kundenkarten- oder Mengen-Vorteilspreise, berücksichtigt.

(APA)