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Nigeria: Obama fordert Aktion gegen Boko Haram

USA entsenden Experten zur Suche nach den entführten Schülern in das westafrikanische Land. Die Terrorgruppe hat mehr als 200 Mädchen entführt.

Nun hat sich auch Barack Obama in die Affäre um die gekidnappten Schülerinnen in Nigeria eingeschaltet. Der US-Präsident Barack Obama forderte ein international abgestimmtes Vorgehen gegen die Islamistengruppe Boko Haram. Notwendig sei eine "internationale Mobilisierung" gegen diese "Terrororganisation", sagte Obama in einem Interview mit dem TV-Sender ABC.

Er beorderte US-Polizei- und Militärexperten in das westafrikanische Land, um die entführten Mädchen zu finden. Boko Haram hatte sich zu der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria bekannt. Die Mädchen waren vor drei Wochen aus ihrer Schule im Nordosten des Landes verschleppt worden. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau kündigte in einem Video den "Verkauf", die "Versklavung" und die "Zwangsverheiratung" der Mädchen an. Zudem haben mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer im Nordosten Nigerias am Sonntag acht weitere Mädchen entführt.

"Abscheuliches Verbrechen"

Dieses Verbrechen sei "abscheulich", sagte Obama. Aber dies könne "das Ereignis sein, das hilft, die gesamte internationale Gemeinschaft dazu zu bringen, etwas gegen diese entsetzliche Organisation zu tun". Der US-Senat verurteilte in einer Resolution das Vorgehen der Islamisten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte bei einem Besuch in Washington, das Schicksal der Mädchen habe "alle" entsetzt.

Das US-Team besteht laut Obama aus Spezialisten von "Militär, Polizei und anderen Behörden". Auch Großbritannien sagte "praktische Hilfe" bei der Suche nach den Mädchen zu. Boko Haram kämpft seit fünf Jahren für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Etwa 1.500 Menschen wurden bei Angriffen allein in diesem Jahr getötet.

 

(APA/AFP)