Oststeirische Recyclingfirma schlittert in die Pleite

Hohe Investitionskosten und technische Probleme führten Biomasseverwertung Großwilfersdorf GmbH mit der Verbrennung von Klärschlamm die in Insolvenz. Überschuldung bei 4,5 Mio. Euro.

Steiermark/Großwilfersdorf. Die Firma Biomasseverwertung Großwilfersdorf GmbH (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) ist pleite: Am Mittwoch wurde gegen das Unternehmen, das sich mit der Errichtung und Betrieb einer Biomasse-und Klärschlammverwertungsanlage beschäftigt, am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, wie die Kreditschutzverbände mitteilten.

Das 2007 gegründete Unternehmen, das der Kalogeo Beteiligungs GmbH und der Kalogeo Anlagenbau GmbH gehört - die ursprünglichen Eigentümer Strabag und EWE4E GmbH/Berlin sind 2013 ausgestiegen - , ist mit rund 4,5 Mio. Euro überschuldet. Betroffen sind 69 Gläubiger und keine Dienstnehmer. Den Gläubigern wurde eine 20-prozentige Quote, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten. Die Finanzierung soll über den Verkauf der Anlage erfolgen.

Betriebsfortführung nach Generalrevision der Anlage

Als lnsolvenzursache werden die Kosten der Investitionen in die Abwasseraufbereitung angeführt. Nach einem vierjährigen Genehmigungsprozess und eineinhalbjähriger Bauzeit konnte die Klärschlammverbrennung zwar 2012 in Betrieb gehen, die Anlage war aber teurer geworden und musste technisch mehrfach adaptiert werden. So war unmittelbarer Auslöser für die Insolvenz, dass die Einleitung des Abwassers der Anlage in den Kanal wegen Grenzwertüberschreitungen behördlich nicht genehmigt wurde. Nun soll der Betrieb eingeschränkt fortgeführt und die Anlage einer Generalrevision unterzogen werden.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Grazer Rechtsanwalt Herbert Ortner bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 26.6. anmelden. Die erste Gläubigerversammlung findet am 15.5., die Abstimmung über den Sanierungsplan am 31.7. statt.

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