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Syriens Rebellen räumen ihre Hochburg Homs

(c) Reuters (AMMAR ABDULLAH)
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In Bussen zogen am Mittwoch die Rebellen aus Homs ab. Das Regime erhält die völlige Kontrolle über die strategisch bedeutende Stadt zurück.

Homs/Damaskus. Lange war die syrische Stadt eine der Hochburgen des Aufstandes gegen Machthaber Bashar al-Assad gewesen. Nun haben die Rebellen jedoch ihren Rückzug aus Homs gestartet. Nach Angaben der oppositionellen Beobachtungsstelle für Menschenrechte und eines lokalen Fernsehsenders verließen am Mittwoch zwei Busse mit Kämpfern die Altstadt von Homs, die ein Jahr lang von Regierungstruppen belagert gewesen war. Homs war eine der Städte, in denen 2011 die Revolte gegen das Regime begann. Mit dem Abzug der Rebellen erringt Syriens Machthaber Assad wenige Wochen vor der Präsidentenwahl am 3. Juni einen symbolträchtigen Sieg.

Insgesamt sollen 1200 Rebellen Homs verlassen und in von ihnen kontrollierte Gebiete im Norden Syriens abziehen. Ihr Rückzug ist eines der wenigen Ergebnisse der Friedensverhandlungen unter UN-Vermittlung in Genf. Die Kämpfer hatten in der Altstadt und anderen Vierteln von Homs trotz der Belagerung durch Regierungstruppen und mangelhafter Versorgung ausgeharrt. Zeitgleich öffneten Regierungsgegner im Norden des Landes nun den Zugang in zwei vornehmlich von Schiiten bewohnte Städte für Hilfslieferungen.

 

Korridor ans Mittelmeer

Für das Regime hat die Einnahme von Homs große strategische Bedeutung. Die Stadt liegt in einem Korridor, der die von der Regierung gehaltenen Hauptstadt Damaskus mit Assads alawitischer Heimatregion am Mittelmeer verbindet. Zuletzt hatte das Regime eine Reihe militärischer Erfolge erzielt. Vor allem mithilfe der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah und mit Unterstützung aus dem Iran befinden sich die Regierungstruppen in mehreren Teilen des Landes auf dem Vormarsch.

Nach Angaben der Opposition wurden im Krieg in Syrien bisher mehr als 150.000 Menschen getötet. (Reuters/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2014)