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AT&S-Chef: "Lohnnebenkosten in Österreich viel zu hoch"

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AT&S-Vorstandschef Andreas GerstenmayerAPA/ROLAND SCHLAGER
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Bildung und Forschung verlieren im internationalen Vergleich. Zudem monierte Gerstenmayer die mangelnde Dialogbereitschaft der Politik.

Einige Spitzenmanager Österreichs drohten in den vergangenen Wochen mit Abwanderung. Nun stimmt ein  weiterer führender Manager in die Klage über den Standort Österreich ein: AT&S-Vorstandschef Andreas Gerstenmayer hat bei der heutigen Pressekonferenz des Leiterplattenherstellers gemahnt. dass Österreich seine Industrie brauche, um den hohen Standard aufrechterhalten zu können. Die AT&S bekenne sich "bis auf weiteres" zum Standort Österreich, sehe aber große Probleme, von den zu hohen Lohnnebenkosten bis zur Bildungssituation.

Der Manager beklagte die mangelnde Dialogbereitschaft in Österreich. Ohne echten Dialog könnten die Probleme gar nicht offen angesprochen und Lösungswege gesucht werden. Die hohen Lohnnebenkosten in Österreich seien das Symptom, dass sich der Staat zu viel leiste. Doch deren Reduzierung wird vorerst auf die lange Bank geschoben. So wie die Unternehmen auf Kosten und Effizienz schauen, so müsste das auch der Staat tun und seine Verwaltung abspecken. "Ich würde den Mitarbeitern mehr zahlen, aber Steuern und Beiträge fressen das meiste wieder auf", sagte Gerstenmayer. Die Eurostat hat vor Kurzem die Entwicklung der Arbeitskosten innerhalb der Eurozone seit 2008 unter die Lupe genommen und dabei für Österreich den stärksten Anstieg registriert.

Probleme ortet der CEO wie auch OMV-Chef Gerhard Roiss im "Presse"-Interview bei der Bildung: In Österreich werde zu wenig auf Bildung und Forschung geschaut, damit laufe das Land im internationalen Wettbewerb Gefahr zurückzubleiben. Gerade die AT&S sei quasi der letzte noch europäische Leiterplattenhersteller in einem von Asien und den USA dominierten Markt, sie müsse auf hohe Qualität und bestausgebildete Mitarbeiter setzen, um erfolgreich zu bleiben.

Profitabilität gesteigert

Trotz der kritisierten Rahmenbedingungen konnte steirischen Leiterplatten-Hersteller die Profitabilität des Unternehmens steigern. Der Umsatz stieg um neun Prozent, der Gewinn hat sich deutlich mehr als verdoppelt, so die Zahlen für 2013/14. Die AT&S habe in einem herausfordernden Umfeld reüssiert und ihre Kapazitäten sehr gut ausgelastet.

Die AT&S-Gruppe schloss das Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) mit 590 Mio. Euro Umsatz ab. Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung) betrug rund 127 Mio. Euro, um 24 Prozent über Vorjahr. Der Konzerngewinn stieg von 14,6 auf 38,2 Mio. Euro.

Die Steirer wollen sich in China noch stärker aufstellen: Der Aufbau des Werks in Chongqing schreite voran, berichtete Gerstenmayer. 2016 soll dort die Volumen-Produktion der IC-Substrates anfahren. IC Substrate werden benötigt, um die Halbleiter auf den Leiterplatten zu fixieren. Während der Aufbauphase bekenne man sich zu einer "konservativen" Dividendenpolitik, betonte Gerstenmayer heute. Näher Angaben zur geplanten Ausschüttung an die Aktionäre ließ er sich nicht entlocken.

(APA)