Lange Nasen und die Kraft der Fußballzwerge.
Die Cup-Helden kommen also heuer aus St. Pölten, das neue Stadion war voll, die Freude grenzenlos. Der Europacup kann kommen, ein vermeintlicher Fußballzwerg hat wieder einmal seine Muskeln spielen lassen. Eigentlich hätte Sturm Graz gewarnt sein müssen, aber die Steirer haben kein Mittel gefunden gegen ein Team, das vor allem beherzt aufgespielt hat. Und man darf den Erfolg von St. Pölten auch nicht belächeln, schließlich steht man verdient im Endspiel, in dem nun in Klagenfurt mit Salzburg der neue Meister wartet. Wie immer das Finale auch endet, das Abenteuer Europa League ruft.
Der Aufstand der Zwerge, der einst mit Stockerau begonnen hat, spricht allerdings auch gegen etablierte Großklubs. Die noch immer nicht erkannt haben, dass der Weg nach Europa am leichtesten über den Pokal zu bestreiten ist.
Die Wiener Austria beispielsweise weiß nach 35 mühsamen Bundesligarunden immer noch nicht, ob man sich auch in der kommenden Saison am internationalen Geschäft erfreuen darf. So gesehen hat St. Pölten nicht nur Sturm Graz die lange Nase gezeigt.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2014)