Ein neuer Trend zeichnet sich ab in der Politik: Man plakatiert Leute, die gar nicht der eigenen Partei angehören.
Den Anfang machten die Grünen, die mit Bildern des einst über die Parteigrenzen hinweg beliebten ÖVP-Innenministers Ernst Strasser werben. Doch das ist erst der Anfang.
Die SPÖ beispielsweise wird nun Ex-ÖVP-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer auf ihre Plakatständer picken. Damit die eigene Bildungsministerin, Gabriele Heinisch-Hosek, nicht mehr ganz so unpopulär erscheint. Die FPÖ hingegen affichiert den früheren SPÖ-Innenminister Karl Schlögl: War dieser doch der einzige Freiheitliche, der seriöse Regierungsarbeit geleistet hat. Die Rekos von Ewald Stadler plakatieren den jungen Heinz-Christian Strache in Action: Schließlich soll Stadler noch genug pikante Fotos vom FPÖ-Chef bei Wehrsportübungen haben. Und die ÖVP klebt Bilder des früheren SPÖ-Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer: Niemand hat so viele ÖVP-Forderungen durchgebracht wie er.
Apropos ÖVP (das ist jene Partei, die schon einmal mit einem Rocksänger warb, der nicht der Partei angehörte): Diese hat vor Jahren schon einmal mit Ernst Strasser geworben. Durchaus erfolgreich. Wahrscheinlich machen die Grünen das jetzt deshalb nach. (aich)
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2014)