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Osttimors Rebellen legten Waffen offiziell nieder

APA (epa)
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Knapp drei Monate nach ihrem fehlgeschlagenen Putsch haben die Rebellen in Osttimor offiziell die Waffen niedergelegt. Bei dem Umsturzversuch am 11. Februar wurden Anschläge auf Staatspräsident Ramos-Horta und Ministerpräsident "Xanana" Gusmao verübt. Ramos-Horta vergab den Rebellen bei einer Zeremonie persönlich für ihre Tat, betonte aber, dass sie sich vor Gericht verantworten müssten.

Ramos-Horta hatte einen Bauchschuss erlitten und schwebte längere Zeit in Lebensgefahr. Er wurde zur medizinischen Behandlung nach Australien ausgeflogen. Verantwortlich für die Anschläge waren abtrünnige Soldaten unter Rebellenführer Alfredo Reinado, einem ehemaligen Chef der Militärpolizei. Dieser wurde getötet, auch ein Wachmann kam ums Leben.

Osttimor (Timor Leste) stand ein Vierteljahrhundert unter indonesischer Okkupation. Die Besatzungsarmee machte sich schwerster Menschenrechtsverstöße an der überwiegend christlichen Bevölkerung des vormaligen portugiesischen Überseeterritoriums schuldig und zerstörte nach UNO-Angaben die Infrastruktur zu mehr als 80 Prozent. Erst nach dem Zusammenbruch der Suharto-Diktatur in Jakarta einigten sich Indonesien und Portugal unter UNO-Vermittlung auf ein Selbstbestimmungs-Referendum in Osttimor im August 1999, doch die Besatzungsarmee und pro-indonesische Milizen überzogen daraufhin die Inselhälfte mit einer Welle der Gewalt. Etwa 250.000 Osttimoresen mussten fliehen, viele wurden von der Besatzungsmacht nach Westtimor vertrieben oder verschleppt. Eine multinationale Eingreiftruppe unter australischem Kommando setzte dem Morden ein Ende. Im Mai 2002 wurde Osttimor nach einer UNO-Übergangsverwaltung eine souveräne Republik.

(APA)