Am Nachmittag berät der Aufsichtsrat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) über die Kandidatenreihung zur Neubesetzung bzw. Verlängerung der Vorstandsposten in der Notenbank. Alle vier Direktorenverträge laufen im Juli bzw. August aus. Im Mai werden Dreiervorschläge für jeden der offenen Direktorenposten an den Finanzminister gehen, der die Spitzenpersonalie dann in den Ministerrat bringt.
Nicht nur das Gouverneursamt wird neu besetzt, die Bundesregierung kürt auch einen neuen Präsidenten des Generalrats. Der amtierende OeNB-Gouverneur Liebscher und Präsident Schimetschek gehen im Sommer in Pension. Neuer Gouverneur und Vorsitzender des Direktoriums wird, das gilt als fix, Ewald Nowotny. Als neuer Präsident des Generalrates soll Claus Raidl einziehen. Im Generalrat werden durch Schimetscheks Pensionierung und Nowotnys Umzug in den Vorstand der Bank sowie weitere Rochaden im Kreis der Räte gleich mehrere Sessel frei.
Heute ab 14.30 Uhr tagt der Generalrat der Notenbank, vorerst zu allgemeinen Themen, im Anschluss dann zur Personalie. Die Vorschläge des Rates gehen dann an die Bundesregierung. Der Bund hält 70 Prozent der Aktien der OeNB.
Für jede Position sollte der OeNB-Generalrat laut Gesetz der Regierung einen Dreiervorschlag unterbreiten, es können in der Realität aber auch weniger sein. Die Regierung ist theoretisch zwar nicht an die Kandidaten-Vorschläge gebunden, echte Überraschungen gab es in dem Procedere in den vergangenen Jahren aber nicht, sieht man von kleineren "Umreihungen" in den letzten Wochen vor der Kür ab. Die Vorstandsverträge laufen fünf Jahre.
(APA)