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Mieten steigen kräftig: Österreich mit höchster Inflation in EU

Die Presse (Clemens Fabry)
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1,7 Prozent Teuerung im April: Die Wohnungsmieten stiegen im Jahresvergleich deutlich stärker als die Lebensmittelpreise. Mobilfunkgebühren waren sogar um fast 20 Prozent teurer als vor zwölf Monaten.

Die Inflationsrate ist in Österreich auch im April bei 1,7 Prozent geblieben. Österreich verzeichnete damit gemeinsam mit Rumänien die höchste Inflation in der EU, wo die Inflationsrate mit 0,8 Prozent weiterhin niedrig ist. Der stärkste Preisauftrieb ging dabei vom Bereich Wohnen, Wasser, Energie aus, während der Teuerungsschub bei Nahrungsmitteln etwas nachließ, wie die Statistik Austria am Donnerstag mitteilte. Die März-Rate wurde nachträglich von 1,6 auf 1,7 Prozent nach oben revidiert.

Für den kräftigen Preisanstieg bei Wohnen, Wasser, Energie um 1,7 Prozent im Jahresabstand waren laut Statistik vor allem die insgesamt um 3,6 Prozent höheren Wohnungsmieten verantwortlich. Nahrungsmittel dagegen waren diesmal im Schnitt "nur" um 2,3 Prozent teurer, im März waren es noch 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewesen. Im Monatsabstand legte das heimische Preisniveau um 0,1 Prozent zu.

 Die Teuerung für Pensionistenhaushalte fiel mit erneut 1,8 Prozent (wie im März revidiert) wie zumeist etwas kräftiger aus als der Anstieg der allgemeinen Inflationsrate.

"Mikrowarenkorb" um 3,5 Prozent teurer

Beim täglichen Einkauf bekamen die Konsumenten die Teuerung auch im April weit stärker zu spüren als beim Preisniveau im allgemeinen. Der "Mikrowarenkorb", der überwiegend Nahrungsmittel enthält und einem typischen täglichen Einkauf entspricht, verteuerte sich im Jahresabstand um 3,5 Prozent, im März waren es 3,8 Prozent gewesen.Das Preisniveau des "Miniwarenkorbes" für einen wöchentlichen Einkauf erhöhte sich im April im Zwölfmonats-Abstand um 1,3 Prozent, nach 1,2 Prozent im März. Darin enthalten sind - neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen - auch Treibstoffe.

Mobilfunkgebühren schnellen nach oben

Deutlich an der Statistik abzulesen war auch das Ende der Minipreise im Mobilfunk. Klar zurückgegangen sind dagegen die Preise für Flachbildschirme (siehe Grafik). 

Seit vorigem Monat schlagen bei der Jahresinflation Steuererhöhungen durch, die die Regierung mit März in Kraft gesetzt hat, um mehr Einnahmen für das Budget zu bekommen. Diese Maßnahmen wie die Erhöhung von Tabak- und Alkoholsteuer sowie der motorbezogenen Versicherungssteuer, tragen bis zu 0,2 Prozentpunkte zur Inflation bei, so Wifo-Experte Jürgen Bierbaumer-Polly.

(APA/Red.)