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Krisengipfel nach Verschleppung von Mädchen in Nigeria

People participate in a ´Bring Back Our Girls´ campaign on Mother´s Day in Los Angeles
(c) REUTERS (� Phil McCarten / Reuters)
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In Paris startet zu Mittag ein internationaler Gipfel, der eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die islamistische Gruppe Boko Haram finden soll.

Mehrere afrikanische Staatschefs sind am Samstag im Pariser Elysée-Palast zu einem Krisengipfel zusammengekommen, bei dem eine Strategie im Umgang mit der islamistischen Gruppe Boko Haram im Norden Nigerias beraten werden sollte.

Der französische Präsident François Hollande begrüßte zunächst den nigerianischen Kollegen Goodluck Jonathan - und mit diesem zusammen die Präsidenten von Kamerun, Niger, Tschad und Benin. Boko Haram ist für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich und bekannte sich auch zur Entführung von fast 300 Mädchen im nigerianischen Chibok vor einem Monat.

Die Verschleppung schreckte die Weltgemeinschaft auf, seither werden die Aktivitäten von Boko Haram international verstärkt wahrgenommen. Expertenteams aus den USA, Großbritannien und Frankreich sind inzwischen vor Ort an der Suche nach den Mädchen beteiligt.

"Wir müssen sicherstellen, dass es eine gemeinsame Strategie für den Sieg über Boko Haram gibt", sagte der britische Außenminister William Hague unmittelbar vor den Beratungen in Paris. "Nigeria muss seiner Verantwortung verstärkt gerecht werden." Hague bot Nigeria die Hilfe von britischen Militärberatern im Kampf gegen islamistische Extremisten an. Die Berater sollten in die Arbeit des Hauptquartiers der nigerianischen Streitkräfte eingebunden werden.

Der Gipfel in Paris wurde von Berichten aus dem kamerunischen Grenzgebiet zu Nigeria überschattet, wonach mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer in der Nacht zum Samstag ein Camp chinesischer Bauarbeiter überfielen. Ein Chinese sei getötet worden, zehn würden vermisst und seien vermutlich verschleppt worden, sagte ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben lieferten sich Soldaten und Extremisten ein stundenlanges Feuergefecht. Auch ein Soldat aus Kamerun soll getötet worden sein.

Die Boko-Haram-Extremisten werden auch als Taliban Nigerias bezeichnet, der Name der Organisation bedeutet übersetzt etwa "westliche Bildung ist Sünde." Seit 2009 verübt die Gruppe immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen. Allein in diesem Jahr wurden fast 2000 Menschen bei Angriffen der Gruppe getötet. Boko Haram kämpft für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias.

Die US-Regierung setzte die Gruppe im November 2013 auf ihre Liste "ausländischer Terrororganisationen". Der CSU-Europaabgeordnete Martin Kastler sagte dem Magazin "Focus", es sei für ihn unfassbar, dass Boko Haram in der EU noch nicht auf die Liste von Personen und Vereinigungen zur Bekämpfung des Terrorismus gesetzt worden sei.

(APA/ AFP)