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385 gestohlene Motoren: Bande ausgeforscht

(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Die Ware wurde auf eBay zum Kauf angeboten. Hinter dem 31-Jährigen Hauptverdächtigen stand ein ganzes Netzwerk.

Wien. Die Soko Kfz hat bei einem Schlag gegen die Firma „motorenprofi.at“ in der Steiermark 385 gestohlene Motoren, 254 Getriebe sowie zwei zerlegte Luxusfahrzeuge im Gesamtwert von mehr als zehn Millionen Euro sichergestellt. Der hauptverdächtige 31-Jährige, der die Ware über das Internet verkauft haben soll, ist flüchtig, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Montag bei einer Pressekonferenz.

Den entscheidenden Tipp haben die österreichischen Behörden von der Polizeiinspektion Passau in Deutschland erhalten. Den Beamten war aufgefallen, dass auf eBay mehrere hundert Motoren und Getriebe zum Kauf angeboten wurden. Sie informierten ihre österreichischen Kollegen von der Soko Kfz, die dank der Fotos, auf denen Seriennummern zu erkennen waren, die Ware 30 gestohlenen Autos zuordneten. Nach einem Scheinkauf und weiteren Ermittlungen wurde schließlich das Lager der Firma in der Steiermark ausgeforscht.

(C) APA/ Polizei

Verdächtiger auf der Flucht

Der Hauptverdächtige, der 31-jährige Andreas W., hatte sich vor dem Zugriff rechtzeitig abgesetzt. Allerdings wegen eines anderen Verfahrens – das Finanzamt war ebenfalls auf ihn aufmerksam geworden. Er flüchtete über Budapest nach Katar und weiter auf die Philippinen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er gestellt wird“, meint Mikl-Leitner.

Hinter dem 31-Jährigen stand ein ganzes Netzwerk: Die Autos wurden zumeist in Deutschland, Italien und Frankreich gestohlen und an Speditionen in Polen geliefert. W. kaufte dann Teile der ausgeschlachteten Autos und bot diese im Internet an. Er dürfte sich mit seinem Modell sehr sicher gefühlt haben. Noch von den Philippinen aus versuchte er sein Geschäft über das Internet weiterzubetreiben. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2014)