Nachdem der Erfolg von Conchita Wurst gezeigt hat, wie beliebt Sänger in Österreich sind, wollen dem auch die EU-Spitzenkandidaten in der letzten Wahlkampfwoche um nichts nachstehen.
Eugen Freund wird mit dem Minisex-Klassiker „Du, du, du kleiner Spion, du“ vor der Löwelstraße auftreten. Ulrike Lunacek, deren grüne Fraktion europaweit mit starken Verlusten rechnen muss, wird „Kränk di net“, von der Jazz Gitti intonieren. Neos-Kandidatin Angelika Mlinar entscheidet sich für den Song „Private Dancer“ von Tina Turner. Sie will damit vor der Wiener Müllabfuhr und den Wasserwerken auftreten. FPÖ-Kandidat Harald Vilimsky legt sich die Sonnenbrille an und gibt „Blau blüht der Enzian“ im Heino-Stil zum Besten. Das sollte Stammwähler mobilisieren. Bei Ewald Stadler hingegen blieb bis zuletzt unsicher, welchen gregorianischen Choral er anstimmen wird. Martin Ehrenhauser wird in einer Abwandlung eines Scooter-Hits „Hypo-Hypo“ zum Besten geben. Getoppt wird das noch von Othmar Karas, der zum Lied „The Final Countdown“ von „Europe“ seine Luftgitarre auspackt. Gerüchte, dass damit auch der Countdown für eine Ablöse von Parteichef Spindelegger nach der EU-Wahl eingeleitet werden könnte, werden aber dementiert.
Das BZÖ hingegen wird beim Gesangswettbewerb nicht „ans Werk“ gehen: Es hat einfach zu wenige Stimmen dafür. (aich)
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2014)