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Ärzte am AKH: "Streik ist nicht ausgeschlossen"

(c) Stanislav Jenis
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Die Mediziner sprechen Med-Uni-Rektor Wolfgang Schütz ihr Misstrauen aus. Sie fordern die Rücknahme von Kürzungen bei Journaldiensten.

Der Konflikt um die Kürzungen von Journaldiensten am Wiener AKH droht zu eskalieren. Die Ärzte haben bei ihrer gestrigen Betriebsversammlung dem Med-Uni-Rektor Wolfgang Schütz – dem sie als Angestellte unterstehen – ihr Misstrauen ausgesprochen. Und sie drohen nun offen mit Streik. „Vielen Leuten ist jetzt der Kragen geplatzt“, sagt Betriebsratschef Thomas Perkmann im Gespräch mit der „Presse“. „Wir werden seit Jahren nicht informiert oder sogar belogen. Das Vertrauensverhältnis zum Rektorat ist massiv gestört.“

Aktuell geht es vor allem um zwölf Diensträder, die mit Anfang des Jahres gekürzt wurden. Die Auswirkungen seien teils drastisch, sagt Perkmann. „An der Gynäkologie kommt es immer wieder zu Situationen, wo es gefährlich wird.“ Die Ärzte fordern, dass, wie ursprünglich zugesagt worden sei, im Detail evaluiert wird, welche Auswirkungen die Kürzungen tatsächlich haben. „Dort, wo eine Gefährdung der Patienten und ein Risiko für die Ärzte identifiziert wird, müssen sie sofort zurückgenommen werden.“

„Schon lange zu Streik bereit“

Für Juni ist - gemeinsam mit der Gewerkschaft - ein Termin mit dem Rektorat anberaumt. „Da müssen wir zu einem konkreten Ergebnis kommen“, sagt der Betriebsratschef. Wenn nicht, drohen die Ärzte mit Maßnahmen. „Streik ist nicht ausgeschlossen, die Leute sind schon lange dazu bereit. Falls Arbeitsniederlegung das einzige ist, was verstanden wird, wird es auch eingesetzt.“  

Unterstützung gibt es von der Wiener Ärztekammer. "Die Lage im AKH ist dramatisch und verschärft sich zunehmend", so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Die Ärztekammer werde daher auch weiterhin jegliche Kampfmaßnahmen der Ärzteschaft im AKH unterstützen.

Das Rektorat der Med-Uni gab dazu am Mittwoch keinen Kommentar ab.

(Red.)