Die Oesterreichische Nationalbank leidet weniger am schwachen Dollar als andere europäische Zentralbanken und wird 2007 einen gegenüber dem Vorjahr zumindest nicht gesunkenen Gewinn ausweisen. Grund dafür ist, dass die Nationalbank "mehr als die Hälfte ihrer Devisenreserven" in Euro veranlagt, wie Nationalbank-Direktor Peter Zöllner am Samstag im ORF-Radio sagte.
"Verluste in derartiger Höhe sind bei uns nicht möglich", sagte Zöllner mit Blick auf das am Freitag veröffentlichte negative Quartalsergebnis der Schweizer Nationalban. Diese hatte wegen des schwachen Dollar einen Quartalsverlust von etwa vier Milliarden Schweizer Franken (2,5 Mrd. Euro) bekannt geben müssen. Die EZB wiederum hatte für 2007 hauptsächlich wegen des schwachen Dollar ihre Abschreibungen auf Finanzpositionen mehr als verdreifachen müssen und nur mehr einen ausgeglichenen Jahresüberschuss erzielt.
Der Abschluss der Eesterreichischen Nationalbank wird erst in etwa zwei Wochen offiziell bekannt gegeben. Laut einem Bericht des "Kurier" wird der Gewinn 2007 wieder bei rund 190 Mio. Euro liegen, weil das Nettozinsergebnis auf rund 600 Mio. Euro gestiegen ist. 180 Mio. Euro würden ins Budget fließen.
Nach wie vor hat die Nationalbank noch ein Drittel ihrer Reserven in Gold angelegt. Weitere Goldverkäufe durch die Nationalbank sind laut Zöllner keine wirkliche Problemlösung, weil diese durch ein multilaterales Abkommen zahlreicher Zentralbanken beschränkt seien.
Die Österreichische Nationalbank hatte in den vergangenen Jahren massiv Gold verkauft - zu einem deutlich niedrigeren Preis als dem momentanen. Allein zwischen 2004 und 2006 hat die Nationalbank laut "Kurier" 30 Tonnen Gold losgeschlagen.
(APA)