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Asylwerber: Tirol entlastet Traiskirchen

Mikl-Leitner
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER

Neues Quartier für syrische Flüchtlinge in Fieberbrunn. Hier sollen vor allem syrische Flüchtlinge ein Quartier finden.

Wien/Innsbruck. Dem Innenministerium ist ein erster Entlastungsschritt für das stark belegte Asyl-Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen gelungen. In Tirol werden 100 zusätzliche Plätze geschaffen. Hier sollen vor allem syrische Flüchtlinge ein Quartier finden. Konkret funktioniert es so, dass ein bereits vorhandenes Quartier in der Gemeinde Fieberbrunn von einer Landesunterbringung in eine Bundesbetreuungsanstalt umgewandelt wird. In dieser kommen schrittweise 100 derzeit in Traiskirchen untergebrachte Asylwerber unter. Dafür werden die jetzt in Fieberbrunn lebenden Flüchtlinge auf neue Quartiere in Tirol verteilt.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigt sich überzeugt, dass auch andere Bundesländer aktiv daran arbeiten, Unterbringungen vor allem für syrische Flüchtlinge zu organisieren. Nötig sei dies jedenfalls, denn durch den weiter tobenden Bürgerkrieg steige der Strom der Asylwerber weiter an. Für Mai werden derzeit rund 1750 Asylanträge erwartet. Das ist eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem April.

 

1100 zuletzt in Traiskirchen

In Traiskirchen waren zum Ärger der lokalen Politik zuletzt bereits rund 1100 Flüchtlinge untergebracht. Eine von der damaligen Innenministerin Maria Fekter mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (beide ÖVP) getroffene Regelung sah eigentlich vor, dass in der Erstaufnahmestelle maximal 480 Personen untergebracht werden dürften.

Mikl-Leitner zeigt Verständnis für die Sorgen der örtlichen Politiker und weist darauf hin, dass es in der Erstaufnahmestelle keine Probleme gäbe, würden die Länder ihre Quoten erfüllen. An Sanktionen denkt die Ministerin dennoch nicht. Diese schafften keinen einzigen Betreuungsplatz. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2014)