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Flut: Bosnien-Regierung fordert Beitrag von Banken

BOSNIA WEATHER FLOOD AFTERMATH
(c) APA/EPA/FEHIM DEMIR
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Der Hochwasserschaden in Bosnien und Serbien liegt bei drei Mrd. Euro. Die Regierung in Sarajevo will eine Lösung mit Bankenhilfe. Die Hypo hofft, dass die Flut den Verkauf ihrer Osttöchter nicht wesentlich beeinflusst.

Wien/Sarajevo. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung schätzte am Freitag den Schaden durch die Überschwemmungen in Bosnien und in Serbien auf drei Milliarden Euro. Die Versicherungen werden nur für einen äußerst geringen Teil aufgekommen, denn die wenigsten Opfer waren gegen ein solches Hochwasser versichert, sagt Uniqa-Risikovorstand Kurt Swoboda. Die Wiener Uniqa gehört in Bosnien und in Serbien zu den führenden Versicherungen.

Die Regierung in Sarajevo verhandelt nun mit den Banken über eine Lösung. Demnach sollen die Institute den Flutopfern bei der Rückzahlung bestehender Kredite entgegenkommen. So sollen die Zahlungen mehrere Monate ausgesetzt werden. Betroffen davon sind in erster Linie österreichische Banken. Die Bank Austria liegt in Bosnien mit einem Marktanteil von 20,8 Prozent auf Platz eins, gefolgt von Raiffeisen (Marktanteil 17,5 Prozent). Den dritten Platz nimmt mit einem Anteil von 12,6 Prozent die Hypo Alpe Adria ein.

 

Hypo: Viele Kunden in Bosnien

Analysten gehen davon aus, dass wegen der Flut schon bald die Zahlen für das Wirtschaftswachstum in Bosnien und in Serbien nach unten revidiert werden. Dies sind keine guten Signale für die Hypo, die gerade einen Käufer für ihre Südosteuropa-Töchter sucht. Die Hypo betreut in sechs Ländern auf dem Balkan 1,2 Millionen Kunden. Davon gibt es mit 440.000 Kunden die meisten in Bosnien. In Serbien hat die Hypo 210.000 Kunden.

Österreichs Banken können die Schäden durch das Hochwasser noch nicht beziffern. Doch in beiden Ländern sind Kredite meist mit Immobilien besichert. Diese könnten nun durch die Flut in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Dennoch sagte ein Hypo-Sprecher am Freitag, man gehe nicht davon aus, dass die Flut den Verkaufsprozess für die Südosteuropa-Töchter wesentlich beeinflussen werde. Auf Anordnung der EU-Kommission muss die Hypo bis Jahresende einen Käufer für das Osteuropa-Netzwerk finden. Falls das nicht gelingt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Steuerzahler wieder Geld nachschießen muss. Die Hypo kam zuletzt auf eine Bilanzsumme von 26,2 Milliarden Euro. Davon sollen 17,7 Milliarden Euro bis September in eine Abbaugesellschaft fließen. Bei den restlichen 8,5 Milliarden Euro handelt es sich um die Töchter auf dem Balkan.

Dem Vernehmen nach gibt es für die Osttöchter fünf Bewerber. Dabei handelt es sich vorwiegend um ausländische Finanzinvestoren. Diese sind meist darauf spezialisiert, eine Beteiligung möglichst günstig zu erwerben, um bei einem späteren Weiterverkauf einen hohen Preis zu erzielen. Österreichs Banken (wie Bank Austria, Erste Group und Raiffeisen) sind an den Hypo-Töchtern nicht interessiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2014)