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Österreich für Investoren nicht attraktiv genug

APA/HERBERT NEUBAUER

Österreich verpasst einen Rang unter den attraktivsten 25 Standorten für Direktinvestitionen. USA führen vor China. Europäische Länder holen auf.

Wieder ein Ranking, in dem sich Österreichs schwierige Standortsituation widerspiegelt: Österreich schaffte es knapp nicht unter die Top 25 der beliebtesten Investitionszielen. Das geht aus dem heute, Dienstag, veröffentlichten FDI Confidence Index (FDICI) von A.T. Kearney hervor. "Ein dringend notwendiger Transformationsprozess muss schnellstmöglichst eingeleitet werden", so A.T. Kearney-Partner Robert Kremlicka.

Insgesamt wachse das Vertrauen in die europäische Wirtschaft aber wieder, elf europäische Länder befinden sich unter den Top 25 mit den höchsten zu erwartenden ausländischen Direktinvestitionen. Heuer soll Europa rund ein Viertel aller globalen Direktinvestitionen anziehen.

Belastung des Faktors Arbeit als Nachteil

Das Österreich den Einzug in die Top 25 nicht schaffte, sei eine traurige Bestätigung des Abrutschens Österreichs in zahlreichen anderen internationalen Wettbewerbsrankings und zeige, dass Österreich als Standort für internationale Unternehmen immer weniger attraktiv sei, so Kremlicka. Österreich hat es laut A.T. Kearney ganz knapp nicht in die Top 25 geschafft. Das Ranking wird nur bis Platz 25 veröffentlicht.

Österreich habe bei bedeutendsten Standortfaktoren wie Aus- und Abgabenquote, Innovation, Bildung, Steuersystem sowie die Belastung des Faktors Arbeit deutliche Wettbewerbsnachteile. "Österreich steckt in einer Umsetzungsblockade. Doch die Lage ist ernst, denn in absehbarer Zeit werden wir durch mangelnde Direktinvestitionen Schwierigkeiten bekommen, neue Arbeitsplätze zu schaffen", so Kremlicka. Es wäre nicht mehr viel Zeit unser hohes Wohlstandsniveau zu verteidigen.

USA baut Führung aus

Die USA konnten ihre Führung weiter ausbauen. Als einen der wichtigsten Faktoren für zunehmende Investitionsaktivitäten in den USA nannten die befragten Top-Manager die Aussicht auf eine unabhängige Energieversorgung des Landes. Auf Platz zwei landete unverändert China, gefolgt von Kanada, das von vier auf Platz drei aufrückte.

Großbritannien (Platz 4), Deutschland (Platz 6) und Frankreich (Platz 10) sind die besten europäischen Länder im Ranking. Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben es heuer eine Reihe von Länder in die Top 25 geschafft: Schweden (Platz 16), Italien (Platz 20), Belgien (Platz 21), Niederlande (Platz 22), Dänemark (Platz 23) und Türkei (Platz 24). Die Schweiz verbesserte sich von 18 auf Platz 14, Spanien fiel um zwei Plätze auf Rang 18.

Der Foreign Direct Investment Confidence Index (FDICI) der Unternehmensberatung A.T. Kearney basiert auf einer Befragung von Vorständen und Top-Managern der 1.000 weltweit größten Unternehmen zu ihren Investitionsplänen.

(APA)