Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Serbien baut South Stream im Juli

(c) REUTERS (GLEB GARANICH)
  • Drucken

Der EU-Beitrittskandidat Serbien blendet unfreundliche Zwischentöne zwischen EU und Russland wegen der Ukraine vorerst aus. Es wird nicht sanktioniert.

Während man in der EU über das Einfrieren der russischen Gaspipeline South Stream nachdenkt, werden die Probleme zwischen Russland und der EU, die mit der Ukraine-Krise ihren Höhepunkt erreicht haben, in Serbien noch ausgeblendet. Dort beginnt der Bau der Pipeline voraussichtlich im Juli, bekräftigten vergangene Woche Aleksander Siromjatin, Gazprom-Chef für internationale Projekte, sowie Dusan Bajatovic, Chef des serbischen Gaskonzerns Srbijagas.

Gazprom-Kredit

Gazprom und Srbijagas haben dafür das Unternehmen South Stream Serbia gegründet. Fraglich war zunächst, ob Serbien sich das Unterfangen leisten kann, denn das Finanzministerium hat im hoch defizitären Budget keine Garantien dafür vorgesehen. Nun erhält Srbijagas einen Kredit von Gazprom in Höhe von 175 Millionen €.

Serbien ist in hohem Maß von russischem Gas abhängig. Mit dem Markteintritt von Gazpromneft in Serbien übernahm die Gazprom-Tochter auch den Gasspeicher Banatski dvor, sprich die Gasreserven des Landes. Die EU hätte in ihrer Ukraine-Politik ihre Verbündeten gern auf Linie. Im Fall Serbien fühlt sich der Beitrittskandidat in die Ecke gedrängt. Serbien, mit dessen Beitritt frühestens 2020 gerechnet werden kann, fürchtet Nachteile, wenn es sich EU-Sanktionen gegen Russland anschließen würde. Denn dreht Russland den Gashahn für Europa zu, kann sich die EU leicht woanders versorgen, Serbien aber hätte nichts davon.

In den traditionell engen Beziehungen zwischen Serbien und Russland sei das Gaspipelineprojekt eines der Säulen, sagt Vladimir Markovic, Berater des Consultingunternehmens Serbia Energy. "Die Frage von South Stream ist von den Vereinbarungen zwischen der EU und Russland abhängig." Er rechnet aber damit, dass es bei South Stream keine Verzögerungen geben werde.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2014-06-03)