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"Fest der Freiheit": Viel Polizei, keine Gewalt

KUNDGEBUNG OFFENSIVE GEGEN RECHTS 'BURSCHENSCHAFTER UMZINGELN - RAUS AUF DIE STRASSE GEGEN RECHTS!'
Mehr als 1000 Polizisten waren im EinsatzAPA/HERBERT P. OCZERET
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Mehr als 1000 Teilnehmer demonstrierten gegen die Veranstaltung. Die Demo und auch der "Spaziergang" der Burschenschafter verliefen ruhig.

Das Aufeinandertreffen von linken und rechten Gruppierungen rund um das burschenschaftsnahe „Fest der Freiheit“ am Mittwoch ist in Wien friedlich verlaufen. Laut Polizei nahmen mehr als 1000 Menschen an der Gegendemonstration teil, die Veranstalter sprachen von 2500 Demonstranten. Der Zug setzte sich ab 18 Uhr bei Sonnenschein mit Parolen wie „Alerta, Alerta, Antifascista“ oder „Nazis Raus“ in Bewegung. Zwischenfälle wurden bis in die späten Abendstunden nicht gemeldet.

Lediglich am Nachmittag kam es zu zwei vorläufigen Festnahmen, die laut Polizei aber nicht in direktem Zusammenhang mit der Kundgebung vom Mittwoch standen. Vielmehr wurden zwei Personen wiedererkannt, die in dringendem Verdacht stehen, bei den Protesten gegen den Akademikerball im Jänner eine Polizeibeamtin verletzt zu haben. Am Mittwoch widersetzten sie sich laut Polizei der Identitätsfeststellung, woraufhin sie festgenommen wurden.

Das „Fest der Freiheit“ startete pünktlich und von Demonstranten abgeschirmt im Palais Palffy. Hinter der Veranstaltung steht der Verein Forschungsgesellschaft Revolutionsjahr 1848. Stellvertretender Obmann ist Gerhard Schlüsselberger – er ist FPÖ-Mitglied und Mitglied der als rechtsextrem geltenden Burschenschaft „Olympia“. Hauptredner war der ehemalige Dritte Nationalratspräsident, Wilhelm Brauneder (FPÖ).

Spekulationen über Finte

Gekommen waren ins Palais Palffy rund 200 Personen - anstelle der angemeldeten 500. Einen „Marsch“ von Burschenschaftern stellten die Organisatoren bereits im Vorfeld in Abrede, obwohl sie rund um den Veranstaltungsort eine Demonstration angemeldet hatten. Das nährte Spekulationen, die Kundgebung der Burschenschafter sei lediglich eine Finte gewesen, um Polizeischutz für die Veranstaltung zu bekommen.

Nach der Veranstaltung im Palais Palffy kam es jedenfalls zu einem „Spaziergang“ der Teilnehmer. Dieser führte vom Josefsplatz in ein Wiener Innenstadtlokal. Von einem großen Polizeiaufgebot begleitet zogen die Teilnehmer auch an historische Plätze, die dort gehaltenen Vorträge wurden jeweils von einer Handvoll Demonstranten gestört, unter denen sich auch die grüne Nationalratsabgeordnete Sigrid Maurer befand.

1500 Polizisten im Einsatz

Die Polizei hatte an diesem Abend jedenfalls wieder einen Großeinsatz. Rund 1500 Polizisten waren auf den Straßen, diese wurden zum Teil aus den Bundesländern angefordert. Sie hatten angekündigt, sich defensiv zu verhalten. Anstatt die Innenstadt großräumig abzuriegeln, blieb selbst der Ring bis nach dem Start der Demo für Autofahrer befahrbar. Die Polizisten hielten sich weitgehend im Hintergrund. Helme wurden nicht präventiv aufgesetzt.

Die großen Schutzschilde wurden erst ausgepackt, als die Polizei begann, die Demonstranten auf ihrem Weg zu eskortieren. Ein Großteil der Polizisten saß ohnehin in den zahlreichen Einsatzwagen und warteten auf ihren Einsatz. Einige trugen auch Kameras bei sich, um den Einsatz zu filmen. Die Kundgebung wurde von Beginn an von einem Polizeihubschrauber aus der Luft überwacht.

Protestauftakt mit Eierwürfen

Bereits der Protestauftakt am frühen Nachmittag war weitgehend friedlich verlaufen. Mit kleinen Einlagen: Drei Eier und eine Toilettenpapierrolle flogen durch die Luft, rund 150 Sympathisanten der linken Gruppierung „NOWKR“ um elf Uhr versuchten, das wöchentliche Burschenschafter–Treffen auf der Rampe der Uni Wien zu verhindern.

Zwei Festnahmen, zehn Anzeigen

Am Rande der Demos wurde laut Polizei ein Mann wiedererkannt, der im Verdacht steht, bei den Demos gegen den FPÖ-Ball im Jänner eine Polizistin schwer verletzt zu haben. Bei der Überprüfung seiner Personalien leisteten er und ein Begleiter heftigen Widerstand und wurden im Bereich der U2-Station Schottentor festgenommen, berichtet die Polizei. Darüber hinaus gab es sechs Anzeigen wegen Körperverletzung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Sachbeschädigung, sowie vier verwaltungsstrafrechtliche Anzeigen. Bei 208 Personen wurde die Identität festgestellt.

(Red./APA)