Ein Deutscher steht heute in Wien vor Gericht, weil er bei der Demo gegen den FPÖ-Ball im Jänner Polizisten angegriffen haben soll.
Für den heute, Freitag, stattfindenden Prozess gegen den deutschen Studenten Josef S. wegen Landfriedensbruchs hat die Österreichische Hochschülerschaft der Uni Wien eine Kundgebung unter dem Motto „Free Josef" angemeldet. Zwischen 8 und 22 Uhr erwartet die Polizei vor dem Straflandesgericht Wien 25 Personen. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, bei der Demo gegen den FPÖ-Ball am 24. Jänner 2014 Polizisten angegriffen zu haben.
Ein weiterer Mann, dem vorgeworfen wird, er habe eine Polizistin rund um den FPÖ-Ball verletzt, befindet sich noch in Polizeigewahrsam. Er (und ein Kollege) wurden am Mittwoch bei der „Fest der Freiheit"-Demo erkannt und festgenommen. Heute soll über eine U-Haft entschieden werden.
"Nimm ein Sackerl für dein Kapperl" und ''Unseren Hass könnt ihr haben'': Mehrere tausend Menschen protestieren am Abend des 24. Jänner 2014 gegen den Akademikerball in der Hofburg. Während der Großteil dem Demonstranten friedlich bleibt, schlagen Mitglieder des "Schwarzen Blocks" Schaufenster und Autoscheiben ein.
Rund 2000 Polizisten sind im Einsatz. Rund um die Hofburg gilt ein weiträumiges Platzverbot. Für alle Bezirke innerhalb des Gürtels hat die Polizei außerdem ein Vermummungsverbot verhängt. (c) APA (Georg Hochmuth)
Gegen 18 Uhr setzen sich drei Demonstrationszüge in Bewegung - zwei vom Schottenring aus, einer von Wien-Mitte. Diese Demo wird von einer Gruppe Vermummter angeführt. (c) APA (Georg Hochmuth)
Einige Demonstranten schießen mit Knallkörpern. „Die spinnen, die Bullen, die Schweine“, steht auf Transparenten. (c) APA (Georg Hochmuth)
Als die Polizei die Demonstration auflöst, kommt es zu Ausschreitungen. Mehr als hundert Personen sind laut Behördenangaben daran beteiligt.
Ein Polizeiauto und ein Übertragungswagen des „ORF“ werden beschädigt. Auch mehrere Auslagen von Geschäften in der Innenstadt schlägt der "schwarze Block" ein.
Die Bilanz der Polizei: 15 Festnahmen, 17 verletzte Aktivisten, fünf verletzte Exekutivbeamte. Die Gesamtschadenssumme der Gewaltexzesse soll eine Million Euro übersteigen.
Ballgäste werden auf dem Weg in die Hofburg angepöbelt. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schafft es indes ohne Störungen zum Ball, wie er in einem Video-Statement erklärt. Es sei bedenklich, dass "Linke und Linksextremisten" gegen einen Wiener "Traditionsball" mobilisierten. APA/FPÖ-TV
Auch der ehemalige Kärntner FPÖ-Landesparteichef Uwe Scheuch zählt zu den Ballbesuchern. (c) APA (Georg Hochmuth)
Der Ball wird von der FPÖ Wien veranstaltet. Bis 2012 wurde er als "WKR-Ball" von den Wiener Burschenschaften ausgerichtet.Auch "Presse"-Fotograf Clemens Fabry war vor Ort und hat folgende Bilder aus der Wiener Innenstadt mitgebracht. (c) APA (Georg Hochmuth)
Ein Deutscher soll sich als Rädelsführer an Ausschreitungen gegen den FPÖ-Ball im Jänner beteiligt haben. Der Prozess gegen ihn wird im Juli fortgesetzt.