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"Verschwenderische Regierung" bekommt Quittung präsentiert

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Mit einem kleinen Vermerk am Kassabon protestieren die Geschäftsführer von Subway Linz öffentlichkeitswirksam gegen die Steuer-Politik.

Die kostspielige Hypo-Rettung, der Reformstau und die hohe Abgabenquote sorgen zunehmend für Unzufriedenheit bei Österreichs Wirtschaftstreibenden. Und nicht nur große Konzerne klagen öffentlichkeitswirksam über die Standortpolitik. So bekommen etwa seit kurzem Kunden von Subway Linz auf der Quittung folgenden Satz zu lesen: "Inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer zum Verprassen für unsere verschwenderische Regierung". Die Idee stammt von den Franchisenehmern Ralph Quin und Christof Prenninger, die das Restaurant in der oberösterreichischen Hauptstadt betreiben.

"Wir zahlen und zahlen und zahlen"

"Dass es da und dort Sparpotenzial gibt, sagt sogar der Finanzminister", kritisiert Geschäftsführer Quin im Gespräch mit "DiePresse.com". "Wir zahlen und zahlen und zahlen - und dann werden Kinderbetreuungsplätze eingespart. Das kann nicht sein". Quin wollte daher einen "satirischen Akzent setzen", um Kunden auf die hohen Steuern, mit denen Unternehmer wie er tagtäglich konfrontiert seien, aufmerksam zu machen.

Die Rechnung ist aufgegangen: Innerhalb weniger Tage machten die Kassabons auf Twitter und Facebook die Runde, andere Gastronomen sind bereits auf den Zug aufgesprungen. Auch der Geschäftsführer berichtet von durchwegs positiven Kundenreaktionen: "Wir haben wirklich einen Nerv getroffen". Ob sich die Aktion, die nicht zuletzt gelungenes Marketing ist, auch auf den Umsatz der Filiale niederschlagen wird, werde sich noch zeigen.

Solange es keine validen rechtlichen Einwände gibt, wird die "verschwenderische Regierung" jedenfalls noch länger auf den Kassabons des Linzer Restaurants angeprangert. Denn dass sich in naher Zukunft in puncto Steuer-Politik ändern wird, bezweifelt Quin. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber manche Dinge müsste man komplett neu denken. Und ob das in Österreich möglich ist, ist fragwürdig".

Salzburger Trafikant im Steuerstreik

Quin und Prenninger sind nicht die ersten Unternehmer, die mit ihrem Unmut an die Öffentlichkeit gehen. Wie "DiePresse.com" berichtete, hat der Salzburger Trafikant Gerhard Höller sich entschieden, in den Steuerstreik zu treten und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt mehr zu überweisen: "Die Steuerzahler", so Höller, "sind die einzige Gruppe, über die die Regierung ohne Federlesens drüberfährt. Sie sind in der Sozialpartnerschaft nicht vorgesehen."