Nach der Zyklon-Katastrophe wird mit mehr als 100.000 Toten gerechnet. Noch immer stehen rund 5.000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Zwei Österreicherinnen werden weiter vermisst.
Zyklon "Nargis" hat in Burma wahrscheinlich mehr als 100.000 Todesopfer gefordert. Allein im Bezirk Labutta, wo der Wirbelsturm am Sonntag am heftigsten gewütet hatte, sollen 80.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Not von Hunderttausenden Überlebenden wird immer größer, gleichzeitig wachsen Ohnmacht und Verzweiflung der internationalen Hilfsorganisationen.
Wegen des verschmutzten Trinkwassers ist die Seuchengefahr in Burma nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Weil Brunnen mit verkeimtem Oberflächenwasser überschwemmt wurden, könnten sich Erreger wie Typhus und Cholera leichter ausbreiten, sagte Christine Geffers vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Charite am Donnerstag der AP. Auch mit Hepatitis A könnten sich die Menschen über das mit Fäkalien verschmutzte Wasser infizieren.
Um Krankheiten vorzubeugen, schickte das Kinderhilfswerk UNICEF drei Millionen Wasserreinigungstabletten aus Dänemark. Damit könnten fünf Millionen Liter Trinkwasser desinfiziert werden.
Noch immer stehen rund 5.000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Das teilte ein Sprecher der UN-Behörde für die Koordinierung von Hilfseinsätzen am Donnerstag in Bangkok mit. "Es gibt mehr als eine Million Hilfsbedürftige", fügte der Sprecher hinzu.
Der Wirbelsturm "Nargis" war am Freitagabend vom Golf von Bengalen kommend am Delta des Irrawaddy-Flusses auf das südostasiatische Land getroffen und hatte auf seinem Weg nach Osten eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Die Militärjunta hatte bisher von mehr als 22.000 Toten und rund 41.000 Vermissten gesprochen.
Kein Kontakt zu zwei Österreicherinnen
Unter den Zehntausenden, die nach wie vor vermisst werden, befanden sich auch zwei Österreicherinnen. Wie die APA am Mittwoch von einem Angehörigen erfuhr, waren die beiden 28-jährigen Wienerinnen am Freitag oder Samstag von Bangkok nach Rangun geflogen. Unmittelbar danach riss der Kontakt zu den Touristinnen ab.
Knapp eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm zögern die Militärmachthaber aber noch immer, ausländische Hilfe ins Land zu lassen. Ein erstes UN-Flugzeug landete zwar am Donnerstag in Burma. Nach Angaben des Welternährungsprogramms der UNO (WFP) warteten aber drei weitere Transportflugzeuge mit 38 Tonnen Hilfsgütern noch in Bangkok, Dhaka und Dubai auf ihren Abflug.
Verzögerte Visa-Erteilung
Die Militärregierung hat um internationale Hilfe gebeten, bremst zugleich aber bei der Visa-Erteilung für ausländische Katastrophenhelfer. Kurzzeitig keimte Hoffnung bei den Helfern auf, als ein thailändischer General und die US-Botschaft in Bangkok erklärten, das US-Militär dürfe Hilfsgüter in das Land fliegen. Später sagte US-Botschafter Eric John aber, die Landeerlaubnis sei doch noch nicht erteilt worden. Man bemühe sich weiter um sie.
Die Europäische Union hat die Militärjunta erneut aufgefordert, Hilfsgüter und internationale Helfer für die Opfer der Wirbelsturm-Katastrophe ins Land zu lassen. Ein Sprecher der EU-Kommission äußerte sich jedoch kritisch zum Vorschlag des französischen Außenministers Bernard Kouchner zu prüfen, ob die Möglichkeit zur Hilfeleistung nicht erzwungen werden könne: "Wir können Hilfeleistung nicht erzwingen."
Augenzeugen berichteten, im am schwersten betroffenen Irrawaddy-Delta sei bisher kaum etwas von Hilfsaktionen zu sehen. "Wir werden verhungern, wenn uns nichts geschickt wird", sagte Zaw Win, ein 32-jähriger Fischer, der auf der Suche nach einem Boot durch das Wasser watete, in dem Leichen und Tierkadaver schwimmen. "Wir brauchen Essen, Wasser, Kleider und Unterkünfte", sagte er einem Reuters-Reporter.
Eine bereits in Burma aktive britische Hilfsorganisation will ein 55 Meter langes Fluss-Kreuzfahrschiff in das Irrawaddy-Delta schicken, um dort als Hospital-Schiff Kranke zu versorgen. Das Schiff fährt ansonsten Touristen auf dem Irrawaddy zu Sehenswürdigkeiten. Jetzt werden die Kabinen zu Krankenzimmern umfunktioniert. Derzeit werde es mit Versorgungsgütern beladen; am Sonntag solle es in der Stadt Laputta eintreffen, teilte die Hilfsorganisation Merlin mit. "Das Schiff wird ein echter Lebensretter sein", sagte Merlin-Chefin Carolyn Miller.
Österreichisches Rotes Kreuz, PSK 2.345.000, BLZ 60.000, Kennwort Katastrophenhilfe
Helfen ohne Grenzen, Raiffeisen Landesbank, Konto Nr. 4.444-0
Caritas, PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: Myanmar/Burma
Arbeiter-Samariter-Bund
PSK 1.834.000 (BLZ: 60.000) Kennwort: Burma
Ärzte ohne Grenzen, 930.40.950 PSK (BLZ 60.000), Kennwort: Notfall-Fonds
Hilfswerk Austria: PSK 90.001.002, BLZ 60.000, „Burma“
Care: PSK 1.236.000, BLZ 60.000, „Myanmar“
Unicef Österreich: PSK 15.16.500, BLZ 60.000, „Kinder Burma“
World Vision: PSK 90.890.000, BLZ 60.000, „Katastrophenhilfe“
ADRA Österreich: Kontonummer: 1.300.400
Bankleitzahl: 60.000
Kennwort: "Myanmar"
Kindernothilfe Österreich
PSK, Kto.-Nr. 92144077, BLZ 60000
''Katastrophenhilfe''