RI-Ergebnis steigt, Aktienkurs bricht ein

QUARTALSZAHLEN. Analysten hatten mehr erwartet.

wien (red./ag). Raiffeisen International (RI) hat im ersten Quartal 2008 unterm Strich 254 Mio. Euro verdient, ein Plus von 32 Prozent. Das lag leicht unter den Erwartungen der Analysten, die mit 262 Mio. Euro Nettogewinn gerechnet hatten. Die RI-Aktie brach daraufhin am Donnerstag um 7,83 Prozent ein.

RI-Chef Herbert Stepic bekräftigte das Ziel, im Gesamtjahr einen Überschuss von einer Mrd. Euro zu erzielen. Den größten Gewinnsprung schaffte die RI in den GUS-Staaten. Die Finanzkrise schlug bei der Ostbanken-Holding des Raiffeisenkonzerns im ersten Quartal 2008 mit Bewertungsverlusten von 28 Mio. Euro zu Buche.

Stepic bekräftigte sein Interesse am Zukauf von Banken in der GUS. Kasachstan, wo die RI seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Kaufobjekt ist, sei dabei immer noch das interessanteste Land.

Merrill Lynch stuften die RI-Aktie am Donnerstag von „Buy“ auf „Neutral“ zurück, da sie das Kursziel von 106 Euro erreicht habe. Sal. Oppenheim stuft sie mit „neutral“ ein, Kursziel bei 111. Für die Citigroup ist die RI-Aktie ein Kauf, Kursziel 120 Euro.

Bank Austria: Gewinn gesunken

Die Bank Austria (BA) musste im ersten Quartal 2008 beim Nettogewinn ein deutliches Minus hinnehmen. Dieser sank gegenüber dem ersten Quartal 2007 um 23 Prozent auf 410 Mio. Euro. Die Finanzkrise führte zu Bewertungsverlusten von 141 Mio. Euro.

Der mit Abstand größte Teil des BA-Gewinns stammt aus Osteuropa. Dort wurde ein Vorsteuerergebnis von 420 Mio. Euro (plus 38 Prozent) erzielt, alle anderen Bereiche der Bank zusammen brachten es per Saldo nur auf 100 Mio. Euro. Das Investmentbanking musste sogar einen Vorsteuerverlust von 96 Mio. Euro hinnehmen. Das dafür zuständige Vorstandsmitglied Willi Hemetsberger verlässt „aus persönlichen Gründen“ vor Ablauf seines Vertrags die Bank.

Die HypoVereinsbank, Konzern-„Schwester“ der BA, erlitt im ersten Quartal 2008 einen Nettoverlust von 282 Mio. Euro. Im Auftaktquartal 2007 hatte sie noch einen Gewinn von 793 Mio. Euro geschrieben. Bei der Konzernmutter UniCredit halbierte sich der Überschuss auf eine Mrd. Euro.

AUF EINEN BLICK

Ein deutliches Gewinnplus erzielte Raiffeisen International im ersten Quartal 2008. Die Aktie rasselte dennoch kräftig nach unten.

Im UniCredit-Konzern hat sich der Gewinn halbiert. Die HVB schrieb rote Zahlen, der Gewinn der Bank Austria sank deutlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2008)

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