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»Trainiert sollte man sein«: Radkuriere im Ländle

Ein Vorarlberger will mit seinem Fahrradkurierdienst das Rheintal erobern und schneller sein als die Post.

In Wien ist es gang und gäbe, einen Fahrradkurier zu beauftragen, wenn man ein Paket schnell von A nach B schicken will. Im Großstadtverkehr bewegt man sich mit dem Fahrrad schließlich meistens schneller als mit dem Auto oder gar mit einem sperrigen Lieferwagen. Und cooler ist es sowieso. Aber auf dem Land?

Im fernen Vorarlberger Rheintal arbeitet Ralph Hollenstein gerade daran, der erste österreichische Fahrradbotendienst im ländlichen Raum zu werden. Pedalpiraten heißt sein Start-up, im Juli startet sein Kurierdienst in Lustenau, in einem Jahr will er das gesamte Gebiet zwischen Bregenz und Feldkirch abdecken. „Das Gebiet eignet sich, weil sich alles auf relativ engem Raum abspielt“, sagt Hollenstein, der, bevor er zum Gründer wurde, bei Speditionen gearbeitet hat – „die meiste Zeit in der Seefracht“.


Bis zu 300 Kilo Fracht. Als passionierter Radfahrer – „Ich fahre überall hin mit dem Fahrrad“ – ist Hollenstein überzeugt, dass das Fahrrad in Ballungsräumen das Transportmittel der Zukunft ist. Damit sein Service auch größere Pakete befördern kann, verwenden die Pedalpiraten Lastenräder, mit denen eine bis zu 300 Kilo schwere Fracht transportiert werden kann.

Hollenstein und seine Kuriere werden pro Tag zwischen 60 und 70 Kilometer zurücklegen. „Ein bisschen trainiert sollte man schon sein“, sagt er. Damit es aber nicht ganz so mühsam wird, sind die Fahrräder mit einem Elektromotor ausgestattet. Außerdem wird es einen Shuttledienst geben, der die Fahrer zweimal täglich zu Sammelstationen transportiert – natürlich ebenfalls ökologisch per Elektrowagen.

Preislich wollen sich die Pedalpiraten an den Tarifen der Post orientieren. „Der Vorteil ist aber, dass wir auf kurzen Strecken schneller sind.“ Hollenstein kann sich vorstellen, sein Service bald auszuweiten. In Wien hat er mit der Firma Heavypedals allerdings bereits einen Konkurrenten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2014)

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