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Peter Pilz: "Gazprom bereitet OMV-Übernahme vor"

KORRUPTIONS-U-AUSSCHUSS: PILZ
Peter Pilz kündigte eine parlamentarische Anfrage an.APA/GEORG HOCHMUTH
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Laut dem grünen Abgeordneten gibt es konkrete Hinweise darauf, dass Abu Dhabi bei der OMV aussteigen will. Die ÖIAG dementiert.

Die Grünen warnen vor einem Einstieg der russischen Gazprom bei der teilstaatlichen OMV. "Wir haben konkrete Hinweise darauf, dass die Abu Dhabis aussteigen wollen und Gazprom eine Übernahme der OMV vorbereitet", sagt der grüne Abgeordnete Peter Pilz im "Kurier". Die International Petroleum Investment Company (IPIC) ist laut Pilz mit der Entwicklung der OMV nicht zufrieden. Und der Republik Österreich würde das Geld für eine Übernahme der Anteile fehlen.

Der frisch gekürte ÖIAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf erinnerte daran, dass die Republik ein Vorkaufsrecht hat, sollte der Großaktionär IPIC seine Anteile an der OMV verkaufen wollen. "Wir werden innerhalb der ÖIAG mit unserer Regierung überlegen: können wir diese 24 Prozent kaufen", so Wolf. Man könne gar nicht Nein sagen, wenn ein Investor die Aktien erwerben wolle.

Wolf: "Wissen davon nichts"

Österreich müsse allenfalls noch schauen, dass der neue Partner in das strategische Bild passen würde. Zugleich wiederholte Wolf: "Wir wissen davon nichts", es gebe seit über 20 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit IPIC.

Auch andere Personen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters von entsprechenden Gesprächen zwischen IPIC und Gazprom. OMV und Gazprom haben erst vor kurzem den Bau der Gaspipeline South Stream vertraglich besiegelt, obwohl es massive Bedenken von Seiten der EU gibt.

Pilz kündigte im "Kurier" jedenfalls eine parlamentarische Anfrage an Finanzminister Michael Spindelegger, Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) und Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) an.

Grüne gegen Wolf im ÖIAG-Aufsichtsrat

Die Warnung der Grünen kommt im Vorfeld der Wahl der ÖIAG-Aufsichtsratsspitze: Die Grünen haben sich gegen Siegfried Wolf als ÖIAG-Aufsichtsratspräsidenten ausgesprochen.

Zuletzt hatte die Vize-Klubobfrau Gabriela Moser von einer Unvereinbarkeit bei Wolf gesprochen, der im Industrieimperium des russischen Oligarchen Oleg Deripaska tätig ist. Brotberufsbedingt lägen Wolfs Interessen woanders als jene eines Aufsichtsratschefs, der industriepolitische Interessen Österreichs vertreten solle. Wolf gilt auch als Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Eigentümerstruktur OMV

An der OMV hält die Staatsholding ÖIAG 31,5 Prozent, die International Petroleum Investment Company (IPIC) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten 24,9 Prozent. Der Rest der Aktien befindet sich im Streubesitz.

>>> Artikel im "Kurier"

(APA/Reuters)