Euro 08: Österreich-Fahnen am Auto können teuer werden

(c) Die Presse (Fabry Clemens)

Wer das Fußballteam unterstützen möchte, sollte das nicht mit Autoflaggen tun. Strafen bis zu 5000 Euro drohen. Auch die Versicherungen raten von den Fahnen ab.

Österreich- oder sonstige Flaggen am Auto als Zeichen der Unterstützung der Nationalmannschaft bei der Fußball-EM können teuer kommen. Laut der Wiener Polizeijuristin Brigitte Nedbal-Bures regeln zwei Bestimmungen, ob das Montieren von Fahnen am Fahrzeug zulässig ist oder nicht. Fußball-Fans rät sie aber generell davon ab, ihr Fahrzeug zu beflaggen. "Nach dem Kraftfahrgesetz Paragraf 134 können theoretisch Strafen bis zu 5.000 Euro drohen", sagte die Juristin im Gespräch mit der APA.

In einem Bericht auf der Website des ORF war am Freitag von einer unklaren Gesetzeslage die Rede, demzufolge die Fahnen laut KFG zulässig seien. Nach den Ausführungen der Polizeijuristen regle Paragraf 54, dass Staatsflaggen zum Beispiel mit dem Bundeswappen, nur an Fahrzeugen hoher Staatsbeamter angebracht werden dürfen. Keinesfalls aber auf einem Privatauto. Paragraf 26a der Durchführungsverordnung erklärt das Führen von Fahnen grundsätzlich als unzulässig, erläuterte Nedbal-Bures.

Der Strafrahmen bei einem Verstoß gegen das Gesetz geht grundsätzlich bis zu 5.000 Euro. "Passiert das zum ersten oder einzigen Mal wird das aber sicherlich nicht ausgeschöpft. Ich rechne mit einer Strafe um 100 Euro", sagte die Juristin.

Generell habe die Polizei die Verpflichtung so etwas anzuzeigen bzw. den Fahrzeuglenker an Ort und Stelle abzumahnen. "Was die Behörde dann macht, ob eine Ermahnung oder Geldstrafe, wird sicherlich auf den Einzelfall ankommen", meinte die Polizeijuristin.

Laut orf.at raten auch die Versicherungen davon ab, mit beflaggtem Auto herumzufahren: Sollte sich die Fahne lösen oder abbrechen, könnten Menschen verletzt oder Sachen beschädigt werden. In diesem Fall würde die Versicherung aussteigen und der Autofahrer müsste den Schaden selbst bezahlen.

(APA/Red.)