Die Tiroler Freiheitlichen wollen nach ihrem Absturz bei der Landtagswahl 2003 von 19,6 auf fast acht Prozent am 8. Juni wieder zweistellig werden. Dieses Ziel formulierte Spitzenkandidat Gerald Hauser am Samstag beim Wahlkampfauftakt seiner Partei in Kufstein. Mit Ausnahme der Grünen wolle er "mit allen reden", auch mit der ÖVP, wenn diese ihren "Selbstreinigungsprozess" abgeschlossen habe.
Hauser verwies auf 100.000 Tiroler, die an der Armutsgrenze leben würden. Er kritisierte Asylmissbrauch und den EU-Reformvertrag als "EU-Wansinn", über den eine Volksabstimmung abgehalten hätte werden sollen. Der Tiroler SPÖ warf er vor, "am Schoß des Landeshauptmannes" zu sitzen. Und AK-Präsident Dinkhauser, der mit einer eigenen List antritt, habe sich an Geldern der Interessensvertretung bedient, als er für sich Werbung gemacht habe.
FPÖ-Bundesparteiobmann Strache bezeichnete Landeshauptmann van Staa als den unbeliebtesten Landeschef in ganz Österreich. Und die Grünen seien "Chlorophyl-Marxisten", was sich bei der Unterstützung der KPÖ-Kandidatur in Tirol bestätigt habe.
Aber auch die Bundespolitik kam bei der Strache-Rede nicht zu kurz. Alfred Gusenbauer sei ein "Sandkastenkanzler", die SPÖ das neue BZÖ der ÖVP. Finanzminister Molterer bezeichnete Strache als Blutsauger "mit blassem, uncharismatischem Gesicht". Die ÖVP sei mittlerweile die "Homo-Ehe-Vertretungspartei". Wer drei Mal geschieden sei und keine Kinder habe werde in Österreich Familienministerin.
Angesichts der höchsten Steuerquote der 2. Republik, Inflation und Teuerung benötige es eine Entlastung der Menschen. Strache forderte unter anderem eine Halbierung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer bei Energie und Medikamenten. Nur "die Super-Reichen" würden gut leben, meinte der FP-Chef.
(APA)