Himmelfahrtskommando für einen Heeresminister: Darabos versucht den Österreichern einzureden, wie klug sein Eurofighter-Deal war.
Diese Regierung arbeitet! Gleich zu ihrem Amtsantritt hat die SPÖ in der Regierung eine ganz neue Form des Glücksloses eingeführt – in der Alfred-Gusenbauer-Version mit der Führung des Verteidigungsministeriums als Haupttreffer. Eindeutig eine geschobene Partie, sonst wäre der brave, rote Parteisoldat Norbert Darabos nie als Gewinner hervorgegangen.
Seither merkt man dem Burgenländer an der Heeresspitze geradezu an, dass er sein Glück noch immer kaum fassen kann. Als seinerzeitiger SPÖ-Bundesgeschäftsführer hat er mit Verve auf die Offenlegung des Vertrags über den Eurofighter-Kauf gedrängt. Mit dem Ziehen des Glückloses ist verbunden, dass er jetzt ständig neue Argumente finden darf, warum zumindest die Offenlegung seines Deals über die Reduktion von 18 auf 15 Jets doch keine so gute Idee ist.
Welch ein Glück, dass immerhin der Rechnungshof in einem Rohbericht bestätigt, was man sonst kaum glauben würde: die Verringerung der Stückzahl bringt Einsparungen. Wow, drei Flugzeuge weniger und in der Folge geringere Wartungskosten, dafür muss man bestimmt Betriebswirtschaft mit Auszeichnung studiert haben, um das herauszufinden. Nur die Österreicher erkennen, wie die Umfragewerte für Darabos zeigen, halt sein verborgenes Geschick noch nicht. Aber etwas Drill noch, dann schafft der Ex-Zivildiener zumindest den Grundkurs in Tarnen und Täuschen.
karl.ettinger@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.05.2008)